Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte

 

Ich betreibe Rechtsgeschichte, ...

Die Reihe wird fortgesetzt. Foto und Text wechseln jede Woche. Betreiben auch Sie Rechtsgeschichte? Schreiben Sie uns gern, warum. Dann kann bald Ihr Text hier stehen.

weil ich das seltene Glück hatte, gleich zu Beginn meines juristischen Studiums einem begnadeten Lehrer zu begegnen, der vermutlich „sans le savoir et sans le vouloir“ etwas wachrüttelte, was in mir - bislang unbewusst - schlummerte, nämlich die Neigung zum Rückblick. Daraus ergab sich früh die Entscheidung, meinen beruflichen Lebensweg der Rechtsgeschichte im universitären Bereich, d.h. forschend und lehrend, zu widmen. Bereut habe ich diese Entscheidung in keinem Augenblick. Der eingeschlagene Weg führte meine Aufmerksamkeit im Laufe der Jahrzehnte recht weit und abwechslungsreich in verschiedene geschichtliche Bereiche des Rechts: vom Schicksal der  historischen Allmende und den Sorgen der Säumer der Leventina über die Bestrebungen und Wünsche der Kaufleute nach einem Sonderrecht bis zu Savigny, seiner historischen Schule und seinen Bedenken gegen eine kodifikatorische Erfassung des Rechts. Dabei blieb die Richtung des Blickes stets fest und unverändert. Auch unterwegs erlahmte die Motivation nie, auch nicht angesichts der steten Konkurrenz der ohnehin robusteren Fächer des geltenden Rechts. Sie gewann vielmehr zusehends an Relevanz und war jeder Versuchung, die Blickrichtung zu ändern, gewachsen, weil sie stets Freude mit Befriedigung verband.  Jene Freude, die den Entdecker belohnt, der das Vermutete nach womöglich langem Suchen, mancherlei Umwegen oder wiederholten Rückschlägen doch noch aufspüren kann. Und mit ihr zugleich die Befriedigung, etwas vor dem überall drohenden Vergessen bewahrt zu haben. Immer deutlicher habe ich auch im Laufe der  Jahre die „effrayante responsabilité“ (Ch. Péguy) des Historikers verspürt, vom Untergang Bedrohtes letztlich noch zu retten. Sie hat mir stets aufs Neue Mut gemacht und mich zum Handeln angespornt. Bis auf den heutigen Tag.

Pio Caroni, Rechtshistoriker

 

Zweite, aktualisierte Auflage erschienen

 

 

Wege zur Rechtsgeschichte: Gerichtsbarkeit und Verfahren

In der Prozessrechtsgeschichte gab es nur zwei Epochen: die Epoche ohne staatliches Gewaltmonopol und diejenige mit staatlichem Gewaltmonopol seit 1495. Das Studienbuch zeigt, wo und in welchem historischen Umfeld diese Weichenstellungen entstanden sind und welche anderen Möglichkeiten es gab und gibt, Gericht und Prozess zu organisieren. Dabei geht es immer um den Zusammenhang zur Staatsgewalt (Herrschaft, Obrigkeit) und zur Professionalisierung der Juristen (gelehrtes, ungelehrtes Recht). Zeitlich reicht das Buch von der Völkerwanderungszeit bis heute. Inhaltlich werden die älteste einheimische Tradition und auch die Kirche mitberücksichtigt. Es handelt sich nicht um eine eng deutsche Rechtsgeschichte. Zum Mittelalter ist Skandinavien einbezogen, zum 19. Jahrhundert z.B. Frankreich.

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Neuerscheinungen

Urteiler, Richter, Spruchkörper

Entscheidungsfindung und Entscheidungs-
mechanismen in der Europäischen Rechtskultur

Richter entscheiden Rechtsstreitigkeiten. Dieser Satz klingt selbstverständlicher, als er ist. Denn bislang konzentrierte sich die historische Justizforschung zwar mit zahlreichen Aspekten der Gerichtsverfassung und des Gerichtsverfahrens, vernachlässigte dabei jedoch die originäre Tätigkeit des Gerichts. Die Rolle des Richters in der Bearbeitung, Zuspitzung und Entscheidung eines Gerichtsverfahrens epochenüberspannend und europäisch vergleichend näher zu untersuchen, erschien deshalb besonders reizvoll.

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Vom Reichsbewusstsein zum Verfassungs-
patriotismus.
Zusammen-
gehörigkeit
durch Rechts-
regeln

Tagung der Vereinigung für Verfassungs-
geschichte auf der Zeche Zollverein (Essen) vom 17.-19. Februar 2020

Dieser Band enthält die für den Druck überarbeiteten Vorträge sowie die Aussprachen der Tagung. Die Fragestellungen setzen mit der Formung territorialstaatlicher und bündischer Zugehörigkeit vornationaler Räume im Zeitalter des Konstitutionalismus ein und wenden von dort den Blick zurück auf frühe Formen der rechtlichen Stiftung von Zugehörigkeit in mittelalterlichen Rechtsgemeinschaften von Stammeskönigreichen und Städten. In der Frühen Neuzeit beginnen Vorstellungen von Verfassungspatriotismus an den sich verdichtenden Rechtsverband des Alten Reiches anzuknüpfen, bevor der entfaltete nationale Verfassungsstaat im 20. Jahrhundert seine Zusammengehörigkeit durch die rechtliche Ausgrenzung von ›Feinden‹ konstituiert.

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    Neuerscheinung

    Der Landrechtsentwurf von David Mevius

    Der norddeutsche Jurist David Mevius zählt zu den großen europäischen Gestalten des Usus modernus. Hier wird erstmals sein gesetzgeberisches Hauptwerk in der von ihm verfassten Originalversion im Druck zugänglich gemacht. Der Schwerpunkt der Einleitung beleuchtet einzelne Stellen des Landrechtsentwurfs und führt das Gesetzesverständnis von Mevius, seine Rechtsquellenlehre und Gesetzgebungstechnik vor Augen. Die Editionsrichtlinien geben Aufschluss, in welcher Weise die philologischen Besonderheiten und die Unterschiede zwischen der Handschrift und dem frühneuzeitlichen Druck nachgewiesen sind. Das umfangreiche Register soll den Weg zur Quelle erleichtern.

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    Seminarankündigung

     

    Im Sommersemester 2022 biete ich ein rechtshistorisches Seminar an:

    Landrecht in der frühen Neuzeit
    David Mevius im Vergleich

    Im Mittelpunkt des Seminars stehen Landrechtsquellen aus der frühen Neuzeit. Der Entwurf eines mecklenburgischen Landrechts von David Mevius aus der Mitte des 17. Jahrhunderts zählt zu den umfangreichsten frühneuzeitlichen Gesetzgebungswerken, verfasst von einem der angesehensten zeitgenössischen Rechtsgelehrten. Eine neue Edition ermöglicht es, sich eingehend mit dem Inhalt des Landrechts zu beschäftigen. Hierbei geht es darum, wesentliche Grundzüge des frühneuzeitlichen Privatrechts kennenzulernen und mit anderen Rechtstraditionen zu vergleichen.

    Die Vorbesprechung findet am 13.  Januar 2022, 16:15 Uhr in JUR 1 sowie parallel online über Zoom (Link zum Meeting) statt.
    Meeting-ID: 616 2478 3197
    Kenncode: 746259


    Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

     

    Käte hamburger -kolleg

     

     

     

    Im Juni 2021 startet in Münster das Käte Hamburger-Kolleg "Einheit und Vielfalt im Recht". Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Website.

    Remonstrationsbedingungen am Institut für Rechtsgeschichte 

    • Die Remonstrationsfrist beträgt vier Wochen ab Vorlesungsbeginn.
    • Die Remonstration ist schriftlich beim Lehrstuhl einzureichen (eine E-Mail genügt nicht!).
    • Ein Ausdruck der Klausurlösung ist als Anlage beizufügen.
    • Die Remonstration hat im Einzelnen substanziell darzulegen und zu begründen, dass dem Korrektor bei der Bewertung ein inhaltlicher Fehler unterlaufen ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn etwas Zutreffendes als falsch oder etwas Vorhandenes als nicht geschrieben gewertet worden ist. Die schlichte Behauptung einer unangemessenen Benotung ist in keinem Fall ein zulässiger Remonstrationsgrund.

    Öffnungszeiten des Sekretariats

    Mo. und Do. 9 bis 12:30 Uhr

    Di. und Mi. von 9 bis 14 Uhr

    Fr. 9 bis 12 Uhr

    Außerhalb dieser Zeiten richten Sie allgemeine Anfragen bitte per E-Mail an

    ls.oestmann@uni-muenster.de

    Preisverleihung

     

    Das Rektorat der WWU Münster hat Frau Dr. Clara Günzl den Dissertationspreis des Jahres 2020 zuerkannt.

     

    Petition gegen die Maskenpflicht

     

    Hier finden Sie einen Link zur Plattform openpetition mit einer Petition gegen die Maskenpflicht:

    https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/zugang-zum-rws-i-ohne-maskenpflicht-am-platz-im-einklang-mit-rektoratsbeschluss-2g#petition-main

     

    Alte Handschriften lesen lernen

    Quellen sind spannend. Wer jedoch etwas über ihren Inhalt erfahren möchte, muss sie lesen können. Dies ist besonders bei alten Handschriften nicht leicht. Das Projekt Ad fontes der Universität Zürich bietet – didaktisch aufgearbeitet – Beispiele und Hilfestellungen an. Anhand verschiedener Quellen können Interessierte so das Lesen alter Handschriften erlernen. Daneben gibt es viele weitere hilfreiche Hinweise zum Umgang und zur Arbeit mit Quellen.

    Sie finden das Projekt unter https://www.adfontes.uzh.ch/.