Ich betreibe Rechtsgeschichte ...

Die Reihe wird fortgesetzt. Foto und Text wechseln jede Woche.
Betreiben auch Sie Rechtsgeschichte? Schreiben Sie uns gern, warum. Dann kann bald Ihr Text hier stehen.

… nein, das tue ich nicht. Seitdem ich mich als juristischer und historischer Laie mit einigen rechtsgeschichtlichen Fragen beschäftigt habe, ist mir allerdings der Sinn des Rechts verständlicher geworden. Als empirisch arbeitender Soziologe hielt ich es bislang für eine Überforderung der Wissenschaft, normative Fragen beantworten zu wollen. Lässt sich wissenschaftlich begründen, warum für alle Bürger das gleiche Recht auf Religionsfreiheit gelten soll? Ist die Setzung von Normen wissenschaftlich ableitbar? Die Rechtsgeschichte hat mich gelehrt, dass Normen Reaktionen auf auftretende soziale Konflikte darstellen, die helfen sollen, das Zusammenleben der Menschen zu verbessern. Die angebotenen Lösungen müssen sich in der sozialen Praxis bewähren und sind veränderbar, wenn sie das nicht tun. Wie sich Problemlösungen und Problemstellungen zueinander verhalten, lässt sich wissenschaftlich analysieren. Rechtswissenschaft als Rechtsgeschichte wird für mich so zu einer empirischen Wissenschaft.

Detlef Pollack, Religionssoziologe



    Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte

 

Neuerscheinung

 

 

Zur Gerichtspraxis im 19. Jahrhundert

 

Zur Gerichtspraxis im 19. Jahrhundert

Die kommentierte Edition macht erstmals eine umfangreiche Prozessakte des 19. Jahrhunderts für die rechtshistorische Forschung zugänglich. Das Oberappellationsgericht Lübeck, von den Zeitgenossen als Deutschlands gelehrter Gerichtshof gerühmt, musste sich in fünf Verfahren mit Schmuggeleigeschäften auf der Ostsee zwischen Lübeck und Russland beschäftigen. Es ging unter anderem um Hinweispflichten in gegenseitigen Verträgen und um die Diskriminierung von Ausländern. Zahlreiche Frachtverzeichnisse sind von hohem wirtschaftsgeschichtlichen Wert. Gerichtsurteile verschiedener Instanzen und Juristenfakultäten, scharfsinnige Relationen, hochkarätige Auseinandersetzungen um prinzipielle Rechtsfragen und die Lichtgestalt des berühmten Präsidenten Arnold Heise machen die Lektüre zu einem Erlebnis, „kräftig und frisch, wie reine Seeluft“.

Weitere Informationen finden Sie auf der Verlagsseite.

Für die p r ä s e n z l e h r e

 

Das Hausverbot für Studierende muss aufgehoben werden.

Ein Schreiben an das Rektorat finden Sie hier.

 

 

SeminarAnkündigung

Im Wintersemester 2020/21 veranstalten wir ein Seminar zum Thema:

Geschichte und allgemeine Probleme des Arzthaftungsrechts

Blockseminar auf der Wattstation Carolinensiel, 26. – 28. Oktober 2020

Prof. Dr. Peter Oestmann und Dr. Thorsten Süß

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Anmeldung, Themen usw.) finden Sie hier.

 
 

Öffnungszeiten des Sekretariats (R 421)

Das Sekretariat ist im Semester montags, dienstags und donnerstags von 09.00 Uhr bis 12.30 Uhr besetzt, mittwochs von 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr, freitags von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

 

     

    Aktuelle Stellenausschreibung (zum nächstmöglichen Zeitpunkt)

    Am  Lehrstuhl  für  Bürgerliches  Recht  und  Deutsche  Rechtsgeschichte  des  Instituts  für  Rechtsgeschichte ist ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt  eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin/wissenschaftlicher Mitarbeiter mit der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit zu besetzen. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.