Ich betreibe Rechtsgeschichte, ...

Die Reihe wird fortgesetzt. Foto und Text wechseln jede Woche.
Betreiben auch Sie Rechtsgeschichte? Schreiben Sie uns gern, warum. Dann kann bald Ihr Text hier stehen.

... weil ich nicht anders kann. Geschichte ist für mich schon immer das Mittel gewesen, das mich auf die Dinge neugierig gemacht hat. Nur ein Beispiel aus meiner Kindheit: Ich war nie wirklich an Fußball interessiert, aber dank der Faszination für die Geschichte vergangener Meisterschaften – je älter, desto besser – konnte ich einen gemeinsamen Diskussionsboden mit meinen Schulfreunden herstellen.

Es war also ein natürliches Schicksal, dass ich, nachdem ich aus verschiedensten Gründen das Studium der Rechtswissenschaft aufgenommen hatte, bei der Rechtsgeschichte gelandet bin.

Das historische Herangehen an die Rechtsnormen hat mir gezeigt, wie diese, in vergangenen Kulturen oder anderen Kontexten entstanden, ihre Bedeutung im Laufe der Zeit mal verlieren und mal wiederaufnehmen und ältere Weltanschauungen in veränderter Weise wiederspiegeln. Das hat mir sehr geholfen, nicht nur beim Verständnis der ansonsten apodiktischen geltenden Rechtsregelungen, sondern erheblich vor allem, als ich mich wissenschaftlich mit der Jurisprudenz auseinandersetzen wollte. Ohne Rechtsgeschichte wäre das für mich nicht möglich gewesen.

Giambattista Vico schrieb in seinen Principii di scienza nuova zutreffend, Neugier sei Tochter des Unwissens und Mutter der Wissenschaft («Curiosità, ch’è figliuola dell’Ignoranza e madre della scienza»). Aber dann ist die Rechtsgeschichte jene Hebamme, die meine Neugierde auf das Recht erweckt hat und noch am Leben erhält. 

Hinzu kommt der interkulturelle Faktor. Die Entdeckung der genealogischen Zusammenhänge zwischen entfernten oder auf den ersten Blick nicht verwandten Rechtsinstituten, Rechtsordnungen oder Rechtsvorstellungen ermöglicht ihre Kontextualisierung und somit ein besseres Verständnis sowohl der eigenen als auch der fremden Welt. 

 

Salvatore Marino, Münster



    Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte

 

Stellenausschreibung

Am Institut für Rechtsgeschichte wird zum nächstmöglichen Termin eine

studentische Hilfskraft

mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von jeweils 6 Stunden pro Woche gesucht.

Die Stelle ist vorerst befristet bis voraussichtlich 30.09.2021

 

 

Neuerscheinung

 

 

Zur Gerichtspraxis im 19. Jahrhundert

 

Zur Gerichtspraxis im 19. Jahrhundert

Die kommentierte Edition macht erstmals eine umfangreiche Prozessakte des 19. Jahrhunderts für die rechtshistorische Forschung zugänglich. Das Oberappellationsgericht Lübeck, von den Zeitgenossen als Deutschlands gelehrter Gerichtshof gerühmt, musste sich in fünf Verfahren mit Schmuggeleigeschäften auf der Ostsee zwischen Lübeck und Russland beschäftigen. Es ging unter anderem um Hinweispflichten in gegenseitigen Verträgen und um die Diskriminierung von Ausländern. Zahlreiche Frachtverzeichnisse sind von hohem wirtschaftsgeschichtlichen Wert. Gerichtsurteile verschiedener Instanzen und Juristenfakultäten, scharfsinnige Relationen, hochkarätige Auseinandersetzungen um prinzipielle Rechtsfragen und die Lichtgestalt des berühmten Präsidenten Arnold Heise machen die Lektüre zu einem Erlebnis, „kräftig und frisch, wie reine Seeluft“.

Weitere Informationen finden Sie auf der Verlagsseite.

Für die p r ä s e n z l e h r e

 

Das Hausverbot für Studierende muss aufgehoben werden.

Den FAZ-Artikel "Augenkontakt ist unersetzbar" Sie hier.

Petition für die Rückkehr zur Präsenzlehre.

 

SeminarAnkündigung

Wir veranstalten ein Seminar zum Thema:

Geschichte und allgemeine Probleme des Arzthaftungsrechts

Achtung: Das Seminar zum Arzthaftungsrecht wird auf das Sommersemester 2021 verschoben.

Prof. Dr. Peter Oestmann und Dr. Thorsten Süß

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Anmeldung, Themen usw.) finden Sie hier.

 
Alte Handschriften lesen lernen

Quellen sind spannend. Wer jedoch etwas über ihren Inhalt erfahren möchte, muss sie lesen können. Dies ist besonders bei alten Handschriften nicht leicht. Das Projekt Ad fontes der Universität Zürich bietet – didaktisch aufgearbeitet – Beispiele und Hilfestellungen an. Anhand verschiedener Quellen können Interessierte so das Lesen alter Handschriften erlernen. Daneben gibt es viele weitere hilfreiche Hinweise zum Umgang und zur Arbeit mit Quellen.

Sie finden das Projekt unter https://www.adfontes.uzh.ch/.

Öffnungszeiten des Sekretariats (R 421)

Das Sekretariat ist im Semester montags, dienstags und donnerstags von 09.00 Uhr bis 12.30 Uhr besetzt, mittwochs von 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr, freitags von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

 

     

    Aktuelle Stellenausschreibung (zum nächstmöglichen Zeitpunkt)

    Am  Lehrstuhl  für  Bürgerliches  Recht  und  Deutsche  Rechtsgeschichte  des  Instituts  für  Rechtsgeschichte ist ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt  eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin/wissenschaftlicher Mitarbeiter mit der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit zu besetzen. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.