Ich betreibe Rechtsgeschichte ...

Die Reihe wird fortgesetzt. Foto und Text wechseln jede Woche.
Betreiben auch Sie Rechtsgeschichte? Schreiben Sie uns gern, warum. Dann kann bald Ihr Text hier stehen.

Als ich mich anschickte, ein Rechtswissenschaftler zu werden, sollte die Rechtsgeschichte zunächst keine Rolle spielen. Ich hielt historisches Wissen für Ballast, der gewiss häufig interessant, für die wissenschaftliche Arbeit eines Juristen aber unnötig war. Als ich dann allerdings juristisch-dogmatisch zu arbeiten begann, merkte ich zusehends, dass ich den Stoff, mit dem ich arbeitete, nicht recht zu beherrschen vermochte. Mein juristisches Denken war von Begriffen eingeengt, die begriffliche Zusammenhänge implizierten, die mir bisweilen höchst problematisch schienen. Warum sollte das Deliktsrecht beispielsweise einer ganz anderen Logik folgen als die Gefährdungshaftung, wo doch jeder Rechtsvergleicher wusste, dass die Übergänge fließend und die Tatbestände funktional austauschbar waren? Vor diesem Hintergrund wurde die Rechtsgeschichte für mich zunächst zu einer Technik der juristischen Emanzipation. Nur wenn ich die Geschichte eines Begriffs kenne, verstehe ich, unter welchen Umständen und für welche Zwecke er geprägt wurde und wie weit er in unsere Zeiten und für die Probleme des modernen Rechts passt. Mittlerweile sehe ich, dass all das nicht nur für die Begriffe der Dogmatik, sondern auch für die Grundbegriffe unseres Rechts wie „Kodifikation“ und „Geltung“ gilt. Ich bin Rechtshistoriker, um mich im geltenden Recht orientieren zu können. Und ich weiß mittlerweile, dass Rechtsgeschichte häufig viel mehr Spaß macht als die Arbeit an der Dogmatik. Jedenfalls mir.

 

Nils Jansen, Rechtshistoriker


 



    Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte

 

Neuerscheinung

 

 

Zur Gerichtspraxis im 19. Jahrhundert

 

Zur Gerichtspraxis im 19. Jahrhundert

Die kommentierte Edition macht erstmals eine umfangreiche Prozessakte des 19. Jahrhunderts für die rechtshistorische Forschung zugänglich. Das Oberappellationsgericht Lübeck, von den Zeitgenossen als Deutschlands gelehrter Gerichtshof gerühmt, musste sich in fünf Verfahren mit Schmuggeleigeschäften auf der Ostsee zwischen Lübeck und Russland beschäftigen. Es ging unter anderem um Hinweispflichten in gegenseitigen Verträgen und um die Diskriminierung von Ausländern. Zahlreiche Frachtverzeichnisse sind von hohem wirtschaftsgeschichtlichen Wert. Gerichtsurteile verschiedener Instanzen und Juristenfakultäten, scharfsinnige Relationen, hochkarätige Auseinandersetzungen um prinzipielle Rechtsfragen und die Lichtgestalt des berühmten Präsidenten Arnold Heise machen die Lektüre zu einem Erlebnis, „kräftig und frisch, wie reine Seeluft“.

Weitere Informationen finden Sie auf der Verlagsseite.

Ankündigung

Die Nachholsitzung für die am 21. Oktober ausgefallene Vorlesung "Vertiefung Verfassungsgeschichte" findet statt am Freitag, den 6. Dezember, von 14-16 Uhr im Raum J1.

 

Ankündigung

Der Hörsaal für die Verfassungsgeschichte wird nicht gewechselt!

 

Methodenübung

Veranstaltung im Wintersemester 2019/2020

Einführung in Quellen und Methoden der Rechtsgeschichte

ab Dienstag, dem 15.10.2019, 14-16 Uhr, AUB 215

 

 

 

Öffnungszeiten des Sekretariats (R 421)

Das Sekretariat ist im Semester montags, dienstags und donnerstags von 09.00 Uhr bis 12.30 Uhr besetzt, mittwochs von 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr, freitags von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

 

     

    Aktuelle Stellenausschreibung (zum nächstmöglichen Zeitpunkt)

    Am  Lehrstuhl  für  Bürgerliches  Recht  und  Deutsche  Rechtsgeschichte  des  Instituts  für  Rechtsgeschichte ist ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt  eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin/wissenschaftlicher Mitarbeiter mit der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit zu besetzen. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.