Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte

 

 

Ich betreibe Rechtsgeschichte, weil ...

 

… ich mich schon immer gerne mit den Quellen des rechtshistorischen Wissens beschäftigt habe. Das Warum und Wofür des Rechts in der Geschichte zu verstehen, was bleibt und was sich ändert, finde ich sehr spannend. Ich war Studentin in einem Seminar über die Geschichte der Rechtspflege, in dem der Professor es uns ermöglichte, mit den Quellen der damaligen Zeit zu arbeiten und zu verstehen, dass das Recht wirklich das ist, was gelebt wird, was angewandt wird... ius est sententiae iudicis. Die Nutzung und das Verständnis aller Quellen (Literatur, Geschichte, Chroniken usw.) und insbesondere der Rechtsquellen (Gesetzgebung, Rechtsprechung, Rechtsliteratur) ermöglicht es, die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren, auf die es reagiert, zu verstehen. Wenn also, wie Hermogenianus sagte, das Recht durch den Menschen entstanden ist (Digesten 1.5.2), dann erhält der römische Aphorismus „ubi homo, ibi societas; ubi societas, ibi ius; ergo: ubi homo, ibi ius“ in meinen rechtshistorischen Studien seine wertvolle Bedeutung.

Als Rechtshistorikerin bin ich daran interessiert zu verstehen, wie Legitimität ausgeübt wird, um das tatsächlich gelebte oder angewandte Recht zu kennen. Es ist eine spannende Aufgabe, dazu beizutragen, das Recht und sein Verständnis in der Vergangenheit kennenzulernen, zu interpretieren und weiterzugeben.

 

Yolanda Quesada Morillas, Rechtshistorikerin

 

»Maskenmoral statt Maskenpflicht«

FAZ-Artikel vom 7. April 2022
 

»Ehrlichkeit, ja bitte & Maskenempfehlung, nein danke«

Interview bei WDR 5 Politikum

(ab Min 4,15)

 

Neuerscheinung

Der Landrechtsentwurf von David Mevius

Der norddeutsche Jurist David Mevius zählt zu den großen europäischen Gestalten des Usus modernus. Hier wird erstmals sein gesetzgeberisches Hauptwerk in der von ihm verfassten Originalversion im Druck zugänglich gemacht. Der Schwerpunkt der Einleitung beleuchtet einzelne Stellen des Landrechtsentwurfs und führt das Gesetzesverständnis von Mevius, seine Rechtsquellenlehre und Gesetzgebungstechnik vor Augen. Die Editionsrichtlinien geben Aufschluss, in welcher Weise die philologischen Besonderheiten und die Unterschiede zwischen der Handschrift und dem frühneuzeitlichen Druck nachgewiesen sind. Das umfangreiche Register soll den Weg zur Quelle erleichtern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Verlagsseite.

 

Zweite, aktualisierte Auflage erschienen

 

 

Wege zur Rechtsgeschichte: Gerichtsbarkeit und Verfahren

In der Prozessrechtsgeschichte gab es nur zwei Epochen: die Epoche ohne staatliches Gewaltmonopol und diejenige mit staatlichem Gewaltmonopol seit 1495. Das Studienbuch zeigt, wo und in welchem historischen Umfeld diese Weichenstellungen entstanden sind und welche anderen Möglichkeiten es gab und gibt, Gericht und Prozess zu organisieren. Dabei geht es immer um den Zusammenhang zur Staatsgewalt (Herrschaft, Obrigkeit) und zur Professionalisierung der Juristen (gelehrtes, ungelehrtes Recht). Zeitlich reicht das Buch von der Völkerwanderungszeit bis heute. Inhaltlich werden die älteste einheimische Tradition und auch die Kirche mitberücksichtigt. Es handelt sich nicht um eine eng deutsche Rechtsgeschichte. Zum Mittelalter ist Skandinavien einbezogen, zum 19. Jahrhundert z.B. Frankreich.

Weitere Informationen finden Sie auf der Verlagsseite.

 

Neuerscheinungen

Urteiler, Richter, Spruchkörper

Entscheidungsfindung und Entscheidungs-
mechanismen in der Europäischen Rechtskultur

Richter entscheiden Rechtsstreitigkeiten. Dieser Satz klingt selbstverständlicher, als er ist. Denn bislang konzentrierte sich die historische Justizforschung zwar mit zahlreichen Aspekten der Gerichtsverfassung und des Gerichtsverfahrens, vernachlässigte dabei jedoch die originäre Tätigkeit des Gerichts. Die Rolle des Richters in der Bearbeitung, Zuspitzung und Entscheidung eines Gerichtsverfahrens epochenüberspannend und europäisch vergleichend näher zu untersuchen, erschien deshalb besonders reizvoll.

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Vom Reichsbewusstsein zum Verfassungs-
patriotismus.
Zusammen-
gehörigkeit
durch Rechts-
regeln

Tagung der Vereinigung für Verfassungs-
geschichte auf der Zeche Zollverein (Essen) vom 17.-19. Februar 2020

Dieser Band enthält die für den Druck überarbeiteten Vorträge sowie die Aussprachen der Tagung. Die Fragestellungen setzen mit der Formung territorialstaatlicher und bündischer Zugehörigkeit vornationaler Räume im Zeitalter des Konstitutionalismus ein und wenden von dort den Blick zurück auf frühe Formen der rechtlichen Stiftung von Zugehörigkeit in mittelalterlichen Rechtsgemeinschaften von Stammeskönigreichen und Städten. In der Frühen Neuzeit beginnen Vorstellungen von Verfassungspatriotismus an den sich verdichtenden Rechtsverband des Alten Reiches anzuknüpfen, bevor der entfaltete nationale Verfassungsstaat im 20. Jahrhundert seine Zusammengehörigkeit durch die rechtliche Ausgrenzung von ›Feinden‹ konstituiert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Verlagsseite.

 

    SEMINARANKÜNDIGUNG WS 22/23

    „Fürsprecher-Prokurator-Rechtsanwalt"
    Prozessbevollmächtigte  im  Wandel  der Zeiten

    Das  Seminar  wird  als  Blockseminar  im  März  2023 im Landhaus Rothenberge stattfinden. Die Abgabe der Seminararbeit soll ca. zehn Tage vorher erfolgen.
     
    Vorbesprechung:
    Montag, 27. Juni 2022, 14.00 Uhr (s. t.)
    Georgskommende 14, Seminarraum G 209

    Themenvorschläge entnehmen Sie bitte dem Flyer.

     

    »Corona im Rechtsstaat«

    Peter Oestmann im Gespräch mit Niko Härting

    Spotify - Apple Podcasts - PinG-Podcast
     

    Seminarankündigung

     

    Im Sommersemester 2022 biete ich ein rechtshistorisches Seminar an:

    Landrecht in der frühen Neuzeit
    David Mevius im Vergleich

    Im Mittelpunkt des Seminars stehen Landrechtsquellen aus der frühen Neuzeit. Der Entwurf eines mecklenburgischen Landrechts von David Mevius aus der Mitte des 17. Jahrhunderts zählt zu den umfangreichsten frühneuzeitlichen Gesetzgebungswerken, verfasst von einem der angesehensten zeitgenössischen Rechtsgelehrten. Eine neue Edition ermöglicht es, sich eingehend mit dem Inhalt des Landrechts zu beschäftigen. Hierbei geht es darum, wesentliche Grundzüge des frühneuzeitlichen Privatrechts kennenzulernen und mit anderen Rechtstraditionen zu vergleichen.

    Die Vorbesprechung findet am 13.  Januar 2022, 16:15 Uhr in JUR 1 sowie parallel online über Zoom (Link zum Meeting) statt.
    Meeting-ID: 616 2478 3197
    Kenncode: 746259


    Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

     

    Käte hamburger -kolleg

     

     

     

    Im Juni 2021 startet in Münster das Käte Hamburger-Kolleg "Einheit und Vielfalt im Recht". Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Website.

    Remonstrationsbedingungen am Institut für Rechtsgeschichte 

    • Die Remonstrationsfrist beträgt vier Wochen ab Vorlesungsbeginn.
    • Die Remonstration ist schriftlich beim Lehrstuhl einzureichen (eine E-Mail genügt nicht!).
    • Ein Ausdruck der Klausurlösung ist als Anlage beizufügen.
    • Die Remonstration hat im Einzelnen substanziell darzulegen und zu begründen, dass dem Korrektor bei der Bewertung ein inhaltlicher Fehler unterlaufen ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn etwas Zutreffendes als falsch oder etwas Vorhandenes als nicht geschrieben gewertet worden ist. Die schlichte Behauptung einer unangemessenen Benotung ist in keinem Fall ein zulässiger Remonstrationsgrund.

    Öffnungszeiten des Sekretariats

    In den Semesterferien ist das Sekretariat

    montags, dienstags und donnerstags von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr besetzt.

    Außerhalb dieser Zeiten richten Sie allgemeine Anfragen bitte per E-Mail an

    ls.oestmann@uni-muenster.de

    Alte Handschriften lesen lernen

    Quellen sind spannend. Wer jedoch etwas über ihren Inhalt erfahren möchte, muss sie lesen können. Dies ist besonders bei alten Handschriften nicht leicht. Das Projekt Ad fontes der Universität Zürich bietet – didaktisch aufgearbeitet – Beispiele und Hilfestellungen an. Anhand verschiedener Quellen können Interessierte so das Lesen alter Handschriften erlernen. Daneben gibt es viele weitere hilfreiche Hinweise zum Umgang und zur Arbeit mit Quellen.

    Sie finden das Projekt unter https://www.adfontes.uzh.ch/.