Nachholveranstaltung der Promotionsfeiern der Jahre 2020 und 2021

Am Samstag den 7.5.2022 fand in der Aula des Schlosses die Promotionsfeier und die Ehrung der Gold- und Silber Doktorinnen und Doktoren der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster statt. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 konnte diese wieder stattfinden.

Prof. Dr. Petra Pohlmann

Prof. Dr. Petra Pohlmann, Dekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, eröffnete die feierliche Veranstaltung und begrüßte die Gäste. Sie gratulierte allen Doktorandinnen und Doktoranden zu ihrer Promotion. Seit dem Promotionstourismus, 1-Tages-Promotionen und dem Verfassen der Promotionen durch die betreuenden Professoren sei es ein weiter Weg gewesen. Nach der heute geltenden Promotionsordnung der Fakultät müsse gem. § 6 I die Dissertation einen „selbständigen, wissenschaftlich beachtenswerten Beitrag zur Fortentwicklung der Rechtswissenschaft leisten.“ Doch die Freiheit der Forschung könne auch Einsamkeit der Forschung bedeuten, das hätten viele der Doktorandinnen und Doktoranden während der Pandemie besonders zu spüren bekommen. Corona habe die Forschung erschwert, nicht nur durch die Schließung der Bibliotheken, sondern auch aufgrund möglicher fehlender präsenter seelischer Unterstützung durch Freunde und Familie. Die Wissenschaft sei eben doch keine Arbeit im Elfenbeinturm, sondern profitiere vom geistigen Willen zusammenzuwirken, wie die Sonderforschungsbereiche „Recht & Literatur“, sowie das Exzellenzcluster „Religion & Politik“ bewiesen.

Doch nicht nur die Doktorandinnen und Doktoranden der vergangenen zwei Jahre hätten während einer ereignisreichen Zeit promoviert. Auch die Gold- und Silber Doktorandinnen und Doktoranden hätten solche Zeiten durchlebt, wie den RAF-Terror oder die Jahre nach der Wiedervereinigung.

Insgesamt sei es wichtig, dass während solcher Krisenzeiten eine der Wahrheit verpflichtete Forschung vorangetrieben werde. Dies sei wichtig um aus Krisen zu lernen und weitere zu verhindern. Dazu hätten alle Anwesenden durch ihre Dissertationen einen wichtigen Beitrag geleistet.

Dr. Eduard Hüffer

Die Festrede hielt in diesem Jahr Herr Dr. Eduard Hüffer, ebenfalls Silberdoktorand, Prokurist des Aschendorff Verlags sowie Verleger der Westfälischen Nachrichten. Er blickte in seinem Vortrag auf 300 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Aus fünf einschneidenden Ereignissen zog er fünf wichtige Lehren für die Doktorand/-innen. Aus der Gründung des Unternehmens durch die Übernahme einer Buchbinderei aufgrund der Heirat zwischen dem Gesellen Wilhelm Aschendorff und der Meisterwitwe ließe sich ableiten, dass auch ungewöhnliche Wege erfolgreich seien können.

Aus den Herausforderungen der alten Zünfteordnungen, die das Unternehmen meisterte und überwand ließe sich schließen, dass man sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen sollte. Aus der Übernahme durch die Familie Hüffer und den Widrigkeiten des Kulturkampfes unter Bismarck, der durch Zuwendung zu anderen politischen Themen durch den Reichskanzler beendet wurde, ergebe sich, dass sich manche Dinge auch von ganz alleine lösten. Die vierte Lehre zog Dr. Hüffer aus der NS-Zeit, in der die Familie dem Druck der Nationalsozialisten standhielt und in der Folge von der Reichspressekammer ausgeschlossen wurde. Nach dem Ende des dritten Reichs bekam die Familie die Erlaubnis zum Verlegen einer eigenen Zeitung wieder und die Westfälischen Nachrichten wurden zu einem Leitmedium in der Region. Man müsse nein sagen können, wenn dies die eigene Überzeugung verlange.

Eine letzte Lehre zog Dr. Hüffer aus den Wirtschaftswunderjahren, die eine Blütezeit für Zeitungen bedeutete und dem Rückgang der Auflagen und Werbeanzeigen seit dem Anfang der Jahrtausendwende. Man müsse sich neuen Herausforderungen stellen und neue Lösungen entwickeln.

Diese Erkenntnisse gab er den Doktorand/-innen mit auf den Weg und gratulierte ihnen zu ihren hervorragenden wissenschaftlichen Arbeiten.

Die Golddoktorand/-innen mit Prof. Dr. Pohlmann

Anschließend wurde allen Gold- und Silberdoktorand/-innen ihre Urkunden verliehen und den Promovierenden aus den Jahren 2020 und 2021 ein kleines Präsent vom Münsteraner Wochenmarkt überreicht.

Prof. Dr. Pohlmann gratulierte Dr. Clara Günzl zum Dissertationspreis 2020. Dr. Nicholas Otto erhielt den Dissertationspreis für das Jahr 2021

Die Verleihung des Harry-Westermann-Preis der Rechtswissenschaftlichen Fakultät erfolgte durch Prof. Dr. Dirk Ehlers, den Vorsitzenden des Kuratoriums des Harry-Westermann-Preises. Er lobte die Preisträger mit den Worten ihrer Doktormütter und –väter und betonte, dass es ihm eine Herzensangelegenheit sei, nicht nur den Preisträgerinnen und Preisträgern, sondern allen Doktorandinnen und Doktoranden zu gratulieren. Es sei für ihn eine große Ehre, den Harry-Westermann-Preis an ausgezeichnete Promotionen zu verleihen. Der Preis ist mit einem nicht unerheblichen Preisgeld verbunden, welches aufgrund der aktuellen Zinsvergabe, nur aufgrund großzügiger Spenden aufrechterhalten werden konnte.

Dr. Cedric Hornung, Dr. Julia Dreyer, Dr. Bahman Khodadi, Dr. Stefan Schmidt und Dr. Sandra Kühn

Ausgezeichnet wurden für das Jahr 2020 Dr. Stefan Schmidt, Dr. Isabel Lischewski, Dr. Sandra Kühn  und Dr. Julia Dreyer. Für das Jahr 2021 wurden Dr. Julia Kamps, Dr. Cedric Hornung und Dr. Bahman Khodadadi ausgezeichnet.

Abschließend lud Prof. Dr. Pohlmann alle Gäste zu einem Glas Sekt im Foyer ein, um den Abend in feierlicher Atmosphäre ausklingen zu lassen.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von Soyon Youn und Soyeon Lee.

Die Fotos der Veranstaltung können via einem Sciebo-Ordner bis zum Ende des Jahres abgerufen werden. Für das Passwort wenden Sie sich bitte mit einer formlosen E-Mail an das Dekanat.

Fotos: Marta Zimmer