Seminar "Die Republik – im Staatsrecht und in der Staatstheorie" – Fahrt nach Rothenberge

Vom 17.–19. November 2025 fand das Seminar "Die Republik – im Staatsrecht und in der Staatstheorie" in Rothenberge statt. Die Herausforderung der Ausgangsbeobachtung – die erstaunliche Blässe des Republikprinzips in verfassungspraktischer wie -theoretischer Hinsicht – war dabei eines der zentralen Anliegen des Seminars: Welche Funktion kann das Republikprinzip unter dem Grundgesetz erfüllen? Der Leitfrage haben wir uns zunächst aus historischer Perspektive genähert, etwa durch die Auseinandersetzung mit dem Republikprinzip bei den Freien Reichsstädten im Alten Reich, in der Paulskirche oder der Weimarer Republik. Aber auch der Republikanismus bei Kant, die Rechtsprechung des BVerfG zum Republikprinzip oder die Auseinandersetzung eines republikanischen Ethos mit den sozialen Medien wurden diskutiert. Für die Anwendung des Republikprinzips sind dabei verschiedene Leerstellen identifiziert worden, deren Tauglichkeit in konstruktiver Atmosphäre kritisch überprüft wurde. Nur zum Gelingen des Seminars beitragen konnten dabei die bekannten und geschätzten Rahmenbedingungen im Landhaus Rothenberge: Die Unterbringung und Verpflegung waren wieder einmal fantastisch. Trotz des bescheidenen-westfälischen Wetters konnten wir auch die Umgebung erkunden. In Erinnerung werden zuletzt die langen, geselligen Abende bleiben, die zu weit über den Seminargegenstand hinaus gehenden Gesprächen führten.

 

Karl Loewenstein, Des Lebens Überfluß. Erinnerungen eines ausgewanderten Juristen, in zweiter Auflage erschienen. Link zum Buch.

 

Rückblick JFR und IVR Tagung

Rückblick: JFR und IVR Tagung in Münster 2025

 

Seminarankündigung "Die Republik – im Staatsrecht und in der Staatstheorie"

Das Republikprinzip stellt auf das Ethos der Herrschaft, nicht die Inhaber der Herrschaft ab. Es wirkt als Ergänzung und Korrektiv des Demokratieprinzips. Im Grundgesetz zählt das Republikprinzip zu den Staatsstrukturprinzipien im Art. 20 Abs. 1 GG. Gegenüber den anderen Prinzipien ist es jedoch erstaunlich blass geblieben. Das Seminar geht dem Traditionsfundus, den Inhalten und aktuellen Anwendungskontexten republikanischer Herrschaft nach.  Weitere Informationen und Themenübersicht.

 

Seminar "Verfassungsvergleichung anhand ausgewählter Querschnittsthemen" – Fahrt nach Rothenberge

Vom 19.–21. Mai 2025 sind wir mit dem Seminar "Verfassungsvergleichung anhand ausgewählter Querschnittsthemen" ins Landhaus Rothenberge gefahren. In der münsterländer Idylle haben wir uns dabei mit verschiedenen Themen beschäftigt, etwa mit der Religionsfreiheit (im Vergleich zu Frankreich und England) und dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz (verglichen mit Isarel, Kanada, dem EGMR und dem US Supreme Court). Die vielfältigen Themen brachten ein interessantes Portfolio von Vergleichsländern mit, neben den Nachbarländern Österreich und Polen etwa auch die Türkei oder Mexiko. Abgerundet wurde das erfolgreiche Seminar durch die ausgezeichnete Verpflegung, das schöne Wetter, das zu Spaziergängen und langen, geselligen Abenden im Garten einlud. Besonders gefreut haben wir uns über "special guest" Benjamin Schupmann, der uns kurz vor seinem Vortrag nach Rothenberge begleitet hat.

 

 

 

 

Münsterische Gespräche zum Öffentlichen Recht: Prof. Dr. Benjamin Schupmann (Singapur)

​​​​​​Am 22. Mai 2025 hat Prof. Dr. Benjamin Schupmann​ von der National University of Singapore im Rahmen der Münsterischen Gespräche zum Öffentlichen Recht einen Vortrag gehalten. Unter dem Titel "Legal Revolution and Militant Democracy" stellte Schupmann seine Idee einer wehrhaften Demokratie vor, die er gerade nicht als demokratiefeindlich, sondern demokratisch versteht. Der Vortrag stieß im Publikum auf reges Interesse und führte zu einer lebhaften Diskussion. (Bild v.l.: Oliver Lepsius, Benjamin Schupmann, Michaela Hailbronner)

 

 

 

Juristisches Buch des Jahres 2024

Als juristisches Buch des Jahres 2024 ausgezeichnet wurden die Lebenserinnerungen von Karl Loewenstein, eines 1933 in die USA emigrierten Staatsrechtslehrers, der auch als Begründer der wehrhaften Demokratie gilt. Die Editionsarbeit wurde maßgeblich am Lehrstuhl von Professor Lepsius geleistet in Zusammenarbeit mit zwei Kollegen in der Politikwissenschaft. Das Preiskomitee, das die juristischen Bücher des Jahres auswählt, lobt die Editionsarbeit, die den Text über seine Zeitbezogenheit hinaus als Dokument der deutschen Geistesgeschichte aufbereitet. Es rühmt die Erinnerungen auch für ihren Stil, der die Lektüre zu einem Vergnügen mache (JZ 19/2024, S. 876–883). „Des Lebens Überfluß. Erinnerungen eines ausgewanderten Juristen" erschien bei Mohr Siebeck 2023 und kostet 39,- Euro. Link.