Hier finden Sie häufig gestellte Fragen zum Jurastudium

Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf vorgezogene Korrektur. Die Prüfungsordnung sieht ein solches Verfahren nicht vor. Nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen kann eine Vorkorrektur beim zuständigen Prüfer beantragt werden, sofern wichtige Gründe eine vorzeitige Bekanntgabe der Note erforderlich machen und die Vorkorrektur organisatorisch möglich ist. Dem Antrag sind geeignete Nachweise über die wichtigen Gründe beizufügen:

Keine wichtigen Gründe für eine Vorkorrektur liegen vor:

- bei einem geplanten Studienortwechsel, um die Bewerbungsfrist einhalten zu können;
- wenn die staatliche Pflichtfachprüfung vorgezogen wurde und eine frühzeitige Bewerbung für das Referendariat angestrebt wird;
- wenn die Zulassung zur Schwerpunktbereichsprüfung vom Ergebnis der Prüfungsarbeiten abhängt.

 

Die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung setzt gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 3 JAG den Nachweis voraus, dass die Bewerberin oder der Bewerber „erfolgreich eine fremdsprachige rechtswissenschaftliche Veranstaltung oder einen rechtswissenschaftlich ausgerichteten Sprachkurs besucht“ hat.

Dieser Nachweis der Fremdsprachenkompetenz kann folgendermaßen erbracht werden:

- Durch spezielle Veranstaltungen der Fakultät, wie z. B. im laufenden Wintersemester „Juristische Technik und Methodik des    Common Law“ in englischer Sprache oder „Einführung in das türkische Privatrecht“ in türkischer Sprache,
- durch die erfolgreiche Absolvierung einer Fachspezifischen Fremdsprachenausbildung,
- durch ein mindestens sechswöchiges Auslandspraktikum im fremdsprachigen Ausland,
- durch ein Auslandsstudium,
- durch die erfolgreiche Teilnahme an sonstigen fremdsprachigen Veranstaltungen (z. B. aus den Schwerpunktbereichen) oder
- durch die erfolgreiche Teilnahme an Fachsprachkursen, die z.B. vom Sprachenzentrum der WWU angeboten werden.

Über die Anrechnung einzelner Veranstaltungen entscheidet nicht die Fakultät, sondern das Justizprüfungsamt bei der Meldung zur Ersten Prüfung. Das JPA Hamm legt dabei folgenden Maßstab an: Die Veranstaltung muss einen Umfang von 2 SWS (bzw. bei Blockveranstaltungen 24 Unterrichtsstunden) haben, in der jeweiligen Fremdsprache stattfinden und mit einer Prüfung abgeschlossen werden

Nach der derzeitigen Regelung im JAG ist es grundsätzlich möglich, die im Studienplan vorgesehene Reihenfolge der ersten Prüfung umzukehren. Das JPA Hamm akzeptiert die Anmeldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung auch dann, wenn die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung noch nicht absolviert wurde. Mittlerweile entscheiden sich über 30 % unserer Studierenden dafür, die staatliche Pflichtfachprüfung vorzuziehen.

Dies hat den Vorteil, dass sich die Examensvorbereitung (also das Unirep) direkt an das Grundstudium anschließt, so dass der erlernte Pflichtfachstoff der ersten 4 - 5 Semester noch frisch im Gedächtnis ist, dass man mehr Zeit für die Vorbereitung auf den Freischuss hat und die Klausuren sogar noch abschichten kann. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man die Zwischenprüfung nicht innerhalb der ersten vier Semester ablegen kann, denn so kann man die Frist für den Freischuss noch einhalten, obwohl man nicht wie vorgesehen im 5. Semester mit dem Schwerpunktbereich anfangen kann. Und auch diejenigen, die die Klausuren in der staatlichen Pflichtfachprüfung abschichten (also in zeitlich drei getrennte Blöcke aufteilen) wollen, schieben den Schwerpunkt gerne nach hinten, weil man sich zum Abschichten spätestens am Ende des 7. Fachsemesters anmelden muss.

Es gibt aber gute Argumente, die für die im Studienplan vorgesehene „normale“ Reihenfolge sprechen:

Direkt nach der Zwischenprüfung ist es in der Regel noch zu früh, um in die Examensvorbereitung einzusteigen. Im 5. Semester sieht der Studienplan ja ohnehin noch eine Reihe von Pflichtfachveranstaltungen vor. Außerdem können Sie die Phase der Schwerpunktbereichsausbildung im 5. und 6. Semester bereits dazu nutzen, auch die Pflichtfächer zur Vorbereitung auf die staatliche Pflichtfachprüfung zu wiederholen und zu vertiefen. Ferner weisen die meisten Schwerpunktbereiche Bezüge zum Pflichtfachstoff auf und vertiefen diesen zumindest partiell.

Unabhängig vom gewählten Schwerpunktbereich gewinnen Sie während des Schwerpunktbereichsstudiums einen besseren Überblick und sammeln zudem Prüfungserfahrung und -routine, was Ihnen in der staatlichen Prüfung von Nutzen sein wird.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist, dass das Vorziehen der staatlichen Prüfung in der Regel zu einer Verlängerung des Studiums führt. Wer diese Option wählt, tut das meistens, um etwas mehr Zeit für die Vorbereitung auf den Freischuss zu gewinnen. Dann schließt sich nach der staatlichen Pflichtfachprüfung noch ein ganzes Jahr für die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung an. Wenn Sie Ihre Zeit nicht sehr konsequent planen, überschreiten Sie damit insgesamt die Regelstudienzeit. BAföG-Empfänger müssten in diesem Fall ihre Studienfinanzierung über das 9. Semester hinaus anderweitig sichern. Das SP-Zeugnis kann übrigens i.d.R. erst zu Beginn des folgenden Semesters ausgestellt werden. Vorzeitige Korrekturen gibt es nicht! Mit der Bewerbung fürs Referendariat muss man also noch eine Weile warten, wenn man die letzten Schwerpunktprüfungen abgelegt hat.

 

§ 7 Abs. 2 JAG NRW sieht vor, dass die Inhalte des Studiums auch Schlüsselqualifikationen wie Verhandlungsmanagement, Gesprächsführung, Mediation etc. berücksichtigen. § 18 StudO 2003 sieht daher vor, dass im Grundstudium Lehrveranstaltungen im Umfang von (insgesamt) mindestens 2 SWS über Schlüsselqualifikationen besucht werden sollen und im zweiten Studienabschnitt zusätzlich eine mindestens zweistündige Lehrveranstaltung, in der der mündliche Vortrag geübt wird.

Weder die PrüfO noch das JAG schreiben Ihnen aber vor, Credits in einer solchen Veranstaltung zu erwerben. Einen Leistungs- oder Teilnahmenachweis brauchen Sie hierfür also nicht.

Es werden jedoch eine Reihe von Veranstaltungen über Schlüsselqualifikationen (auf freiwilliger Basis) angeboten. Die Angebote der Fakultät finden Sie im VK-Online unter Bereich: Schlüsselqualifikation. Darüber hinaus gibt es auch im Rahmen der Bachelor-Studiengänge Angebote über "Allgemeine Studien", die im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kapazitäten auch für Studierende der Rechtswissenschaft zugänglich sind. Diese finden Sie im Vorlesungsverzeichnis der WWU unter "Allgemeine Studien" - Rhetorik und Vermittlungskompetenz. Für diese Veranstaltungen melden Sie sich bitte beim zuständigen Veranstaltungsleiter an.

Gem. § 6 Abs. 1 S. 2 PrüfO ist es grundsätzlich Sache des Prüfers (=Veranstaltungsleiters), die zulässigen Hilfsmittel für eine Klausur festzulegen. Die Hochschullehrer haben sich allerdings darauf geeinigt, dass in zugelassenen Gesetzestexten keinerlei Anmerkungen, Unterstreichungen, Markierungen oder Normverweise erlaubt sind. Derartige Markierungen können als Täuschungsversuch gewertet werden.

Wegen einer Remonstration gegen Ihr Prüfungsergebnis müssen Sie sich direkt an den Prüfer wenden. In der Prüfungsordnung ist keine Form oder Frist für eine Remonstration gegen Prüfungsarbeiten festgelegt. Da es sich um ein informelles Verfahren handelt, ist es Sache des Prüfers, wie er dies handhabt. Erkundigen Sie sich im zuständigen Institut. Einige Prüfer machen die Annahme einer Remonstration von der Teilnahme an der Klausur- bzw. Hausarbeitsbesprechung abhängig. 

Das Prüfungsamt veröffentlicht jedes Semester eine Liste, in der die Fristen für die aktuellen Prüfungen zusammengestellt sind.

Jede Teilprüfung im Schwerpunktbereich kann grundsätzlich nur einmal geschrieben werden. Insgesamt dürfen Sie nicht mehr als die in § 26 PrüfO festgelegte Anzahl an Teilprüfungen absolvieren. Sie müssen also Klausuren im Umfang von 21 Credits zzgl. ein Seminar mit 9 Credits absolvieren. Aus den absolvierten Klausuren und dem Seminar wird eine Gesamtnote gebildet (gewichtet nach Credits). In diese Gesamtnote fließen also auch die mit weniger als 4 Punkten bewerteten Teilprüfungen ein.

Wer die Schwerpunktbereichsprüfung insgesamt nicht bestanden hat - das ist der Fall, wenn die Klausurdurchschnittsnote unter 3,5 Punkten liegt bzw. die Gesamtdurchschnittsnote einschließlich Seminar unter 4 Punkten liegt - darf die nicht bestandenen Teilprüfungen einmal wiederholen (§ 29 PrüfO).

Wer bereits vor Aufnahme des Jurastudiums ein Studium mit juristischen Inhalten abgeschlossen hat, kann unter Umständen die Anrechnung von Prüfungsleistungen beantragen. Zuständig für die Anrechnung ist der Prüfungsausschuss. Den Anrechnungsantrag können Sie im Prüfungsamt stellen. Erforderlich ist die Vorlage detaillierter Beschreibungen der rechtlichen Inhalte, die im Rahmen der Ausbildung absolviert wurden (Ausbildungsrahmenordnung, Modulbeschreibungen o.ä.).

Prüfungsleistungen z. B. aufgrund einer Ausbildung als Bankkauffrau, Justizfachangestellte oder ReNo-Fachangestellte werden nicht mehr angerechnet.

Die Anrechnung von Praktika und Fremdsprachennachweisen kann beim JPA Hamm beantragt werden.

 

Gem. § 25 Abs. 2 PrüfO kann der Schwerpunktbereich (oder ggf. das Schwerpunktfach, also der Unterschwerpunkt) einmal, und zwar in dem Semester, das auf die erste SP-Teilprüfung folgt, gewechselt werden. Der Antrag muss bis zum Ablauf der Anmeldefrist für die SP-Klausuren in Ihrem zweiten Schwerpunktsemester im Prüfungsamt gestellt werden. Dann werden alle Klausuren, die im bisherigen Schwerpunktbereich geschrieben wurden, ungültig. Sie können aber beantragen, dass Klausuren des alten Schwerpunktbereichs "stehenbleiben", die bestanden sind und zum neuen Schwerpunkt passen.

Falls Sie ein Seminar für den alten Schwerpunkt angemeldet hatten, können Sie sich dafür entschuldigen. Sie können beim Schwerpunktwechsel das Seminar auch für den Schwerpunktbereich abmelden und trotzdem zu Übungszwecken weiter mitmachen. Oder Sie nehmen das Seminar mit in den neuen Schwerpunkt, falls es thematisch passt.

Wenn Studierende fremde Texte in Prüfungsarbeiten (ganz oder teilweise, wörtlich oder nahezu wörtlich) übernehmen und diese als eigene ausgeben, also die Quelle nicht kenntlich machen, handelt es sich um ein Plagiat. Das gilt sowohl für das Abschreiben aus fremden Büchern, Aufsätzen, Urteilen, als auch für das Einfügen solcher Texte aus dem Internet mit copy and paste.


Alle Prüfungsordnungen der WWU enthalten Vorschriften zur Sanktionierung von Täuschungsversuchen. Ein Plagiat erfüllt den Tatbestand der Täuschungshandlung, denn der Studierende täuscht damit vor, er habe den Text selbständig verfasst. Dabei ist die Bewertung der betreffenden Arbeit mit der Sanktionsnote ungenügend das mildeste Mittel.
Darüber stellt ein solcher Täuschungsversuch eine Ordnungswidrigkeit gem. § 63 Abs. 5 HG NRW statt, die mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden kann. In besonders schweren Fällen kann die gesamte Prüfung für nicht bestanden erklärt und der Prüfling sogar zwangsexmatrikuliert werden.