Schwerpunktbereich Steuerrecht

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Der Schwerpunktbereich Steuerrecht - Eine Einführung mit Prof. Dr. Marcel Krumm, Inhaber der Professur für Öffentliches Recht und Steuerrecht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Steuerrecht – kompliziert, trocken, schwierig. Was für Nicht-Juristen Jura ist, ist für Juristen das Steuerrecht. Warum also mit einer Materie beschäftigen, die scheinbar niemand versteht, die vielen und häufigen Veränderungen unterliegt und darüber hinaus (fast) keine Überschneidungen mit dem Examensstoff hat?
Genau deswegen! Aber der Reihe nach:

Zunächst einmal ist die Angst vor der komplexen Materie, vor einem „nicht-mithalten-können“, unbegründet. Im Steuerrecht fangen alle bei „null“ an und werden auch genau dort abgeholt. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt – übrigens ebenso wenig wie besondere Fähigkeiten am Taschenrechner, denn entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung wird im Schwerpunktbereich Steuerrecht allenfalls in Ausnahmefällen gerechnet.
Inhaltlich widmet sich das Steuerrecht im Kern einer Grundsatzfrage, die in vielen aktuellen politischen Debatten eine tragende Rolle spielt: Wer muss/soll/kann wie viel zum Gemeinwohl der Gesellschaft beitragen? Kaum jemand macht sich dabei bewusst, dass jeder einzelne von uns dies ständig tut: Man denke nur an den Einkauf im Supermarkt (Umsatzsteuer), den Kaffee zwischen den Vorlesungen (Kaffeesteuer) oder den Strom für den Laptop (Stromsteuer). Allein dieser Umstand legt es nahe, sich einmal mit den entsprechenden juristischen Hintergründen zu beschäftigen.

Die Vermittlung der Inhalte erfolgt dabei in Vorlesungen, die von erfahrenen Professoren und Dozenten aus der Praxis gehalten werden und deren Teilnehmerkreis sich häufig in einer Größenordnung bewegt, die aus den AGs des Grundstudiums bekannt ist. Eine breite Auswahl an Wahlpflichtfächern ermöglicht zudem eine individuelle Schwerpunktsetzung.

Im Hinblick auf das Examen ist zunächst festzuhalten, dass der unmittelbare Bezug zum Pflichtstoff tatsächlich gering ist. Allerdings besteht hierin auch ein Vorteil: Auf diese Weise besteht nämlich die Chance, sich mit den bisher erworbenen methodischen Kenntnissen einem völlig neuen Rechtsgebiet zu widmen und so die Fähigkeit zur systematischen Arbeit mit dem Gesetz zu schulen. Diese Fähigkeit kann im Examen von entscheidender Bedeutung sein. Darüber hinaus bietet die Aufteilung des Semesters in zwei Teile und damit auch zwei Klausurenphasen die Möglichkeit, die Schwerpunktausbildung zu „entzerren“ bzw. zu konzentrieren und so frei werdende Zeiträume bereits für die Vorbereitung auf das Examen zu nutzen.

Perspektivisch eröffnet eine Ausbildung im Steuerrecht zudem eine Vielzahl von Möglichkeiten – denn Steuerjuristen werden überall gesucht. So ist es kaum denkbar, auch „nur“ ein kleines oder mittelständisches Unternehmen umfassend juristisch zu beraten ohne über steuerrechtliche Expertise zu verfügen. Daher suchen neben dem Staat insbesondere auch große und mittlere Kanzleien und Beratungsunternehmen laufend nach Nachwuchsjuristen mit Kenntnissen im Steuerrecht. Gerade weil sich so wenige Studierende mit dem Steuerrecht beschäftigen, sind die Aussichten für diejenigen, die es tun, natürlich umso besser.