Transformative Kraft der Städte

Die Stadt als Lösungsinstrument des globalen Klimawandels!?

Auf Einladung von Forschungseinrichtungen der Westfälischen Wilhelms-Universität, dem Zentralinstitut für Raumplanung (ZIR), dem Zentrum für Nachhaltigkeitsforschung (ZIN) sowie dem Institut für Umwelt- und Planungsrecht (IUP) tagten am vergangenen Montag hochkarätige Wissenschaftler im Ratssaal des Historischen Rathauses unter der Überschrift „Die transformative Kraft der Städte: Nachhaltige Urbanisierung in Nordrhein-Westfalen“. Im Fokus der Veranstaltung stand die Präsentation des vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU) erstellten Hauptgutachten 2016 „Der Umzug der Menschheit – die transformative Kraft der Städte“.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Tillmann K. Buttschardt vom ZIN und Prof. Dr. Hans D. Jarass, LL.M. vom ZIR sprachen nach Grußworten des Staatssekretärs Michael von der Mühlen, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, der Prorektorin der Uni Prof., Dr. Cornelia Denz, und der Bürgermeisterin Karin Reismann der Vorsitzende des WBGU, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie Prof. Dr. Sabine Schlacke, Direktorin des IUP und ebenfalls Mitglied im WBGU, zu mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichsten Fachrichtungen.

Beide erläuterten dabei das vom WBGU entwickelte Leitbild, ein normativer Kompass für die Stadt der Zukunft. Das vorgestellte Leitbild stellt den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt des städtischen Lebens. Die Transformation der Städte zur Nachhaltigkeit soll anhand der drei Dimensionen Nachhaltigkeit, Teilhabe und Eigenart gelingen. Beide Wissenschaftler machten deutlich, dass es nicht „ein einziges“ anzustrebendes Modell für eine funktionierende Stadtgesellschaft gebe und ebenfalls nicht „den einen Tipp“ für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Allerdings betonten sie, dass den Städten bei der Bewältigung vieler gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen eine maßgebliche Rolle zukomme, insbesondere beim Klimawandel. Städte spielten bei der Verwirklichung der Klimaziele sowie der Klimafolgenanpassung eine zentrale Rolle. Schellnhuber brachte es dezidiert auf den Punkt, indem er darauf hinwies, dass die Welt, die wir kennen, unterginge, wenn wir jetzt nicht begönnen zu handeln. Dies sei ein großer Verrat an unseren Nachkommen.

Im Anschluss an die beiden Referate gab es eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Georg Ehring von der Umweltredaktion des Deutschlandfunkes. Neben den beiden Hauptreferenten waren Stadtdirektor Hartwig Schultheiß, Beigeordneter der Stadt Münster, Staatssekretär Michael von der Mühlen, Prof. Martin zur Nedden, Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Urbanistik, Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung Berlin, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Präsident der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, und Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Mitglied des WGBU Teil des interdisziplinär hervorragend besetzen Podiums.