Teilnahme der WWU am 8. Moot Court des Bundesarbeitsgerichts (BAG) 2019/2020

Von Links: Frau Franziska Kohl, Herr Prof. Dr. Clemens Höpfner, Frau Vanessa Krolak, Herr Ole-Christian Tech, Herr Jasper Dannenbaum, Herr Leonhard Schnurbusch, Herr Jens Hermann, Frau Pia Dilling

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt

Am 16. Januar 2020 fand in Erfurt zum achten Mal der Moot Court des Bundesarbeitsgerichts (BAG) statt, bei dem sich 32 Teams aus ganz Deutschland live vor BAG-Richtern in juristischer Streitkultur erproben konnten.

Bereits im Juli 2019 war mit der Sachverhaltsausgabe des BAG der Startschuss zum Wettbewerb gefallen und den aus 2 bis 3 Studenten bestehenden Teams der teilnehmenden Universitäten die Rolle des Kläger- oder Beklagtenvertreters zugewiesen worden. Der fiktive Fall, den es nun zunächst schriftsätzlich auszuarbeiten galt, drehte sich um die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen des Verdachts eines Diebstahls, der sich jedoch auf spektakuläre Art und Weise nach Ende des Kündigungsschutzprozesses als unrichtig herausstellte (gesamter Sachverhalt). Aus den Reihen der WWU stellten sich Pia Dilling, Jens Herrmann und Vanessa Krolak der Herausforderung, als Klägervertreter dem Arbeitnehmer zur Wiedererlangung seines Arbeitsplatzes zu verhelfen. Auf der Beklagtenseite kämpften Jasper Dannenbaum, Leonhard Schnurbusch und Ole-Christian Tech für eine Klageabweisung.

Um sich optimal auf den Auftritt beim BAG vorzubereiten, erhielten die Münsteraner Teams zunächst von dem erfahrenden Rechtsanwalt Tobias Neufeld (neufeld Recht.Beratung) eine Einführung in die Abläufe im Arbeitsgerichtsprozess sowie das Abfassen von Schriftsätzen. Bei einem Besuch des Arbeitsgerichts Münster bot sich sodann die Gelegenheit, das anwaltliche Auftreten vor der Richterbank in der Praxis zu beobachten und sich über Schwierigkeiten bei der Verhandlung im Kündigungsschutzprozess auszutauschen.

Nachdem die Schriftsätze im Herbst 2019 ausgearbeitet und mit den vom BAG zugeteilten Gegnern ausgetauscht waren, wurde der Fokus der Vorbereitung auf den Auftritt in Erfurt gelegt. Dabei kommt es neben der juristischen Argumentation auch auf viele „Soft-Skills“ wie Sprachtempo, Lautstärke, Mimik, Gestik, Körpersprache an. Diese Fähigkeiten ließen sich bei mehreren Übungsdurchläufen am Lehrstuhl und einer Verhandlung vor den Arbeitsrechtlern der Wirtschaftskanzlei Allen & Overy in Düsseldorf trainieren, die wertvolle Tipps für das Auftreten vor dem BAG bereithielten. Die Generalprobe fand dann eine Woche vor dem Wettbewerb am Landesarbeitsgericht Hamm statt, wo die Teams vor erfahrenen Richtern für ihre Seite eintreten durften und ebenfalls viele wertvolle Hinweise erhielten.

 

Am 16. Januar 2020 stand schließlich die Verhandlung vor dem BAG in Erfurt an. Pia Dilling, Jens Herrmann und Vanessa Krolak traten als Klägervertreter gegen das Team 1 der Universität Würzburg und Jasper Dannenbaum, Leonhard Schnurbusch und Ole-Christian Tech als Beklagtenvertreter gegen das Team der Universität Erlangen-Nürnberg an. Insgesamt nahmen 32 Teams am Moot Court teil, von denen vier die Zwischenrunde erreichen konnten. Auch wenn dies den Münsteraner Teams letztlich nicht gelang, boten sie doch eine überzeugende Vorstellung. Verdienter Sieger des Wettbewerbs wurde schließlich das Team 1 der Universität Konstanz, das sich im Finale gegen ein Team der FU Berlin durchsetzte. Am Ende konnten sich alle Teilnehmer über wertvolle Buchpreise freuen.

Abschließend bleibt allen Unterstützern und Förderern des Projekts ganz herzlich zu danken! Zu erwähnen sind namentlich der Freundeskreis Rechtswissenschaft e.V. und der Verein zur Förderung des Arbeitsrechts an der WWU Münster e.V. für die finanzielle Unterstützung der Exkursion sowie Herr Rechtsanwalt Tobias Neufeld, die Kanzlei Allen & Overy sowie die Richter des LAG Hamm und des ArbG Münster, die die teilnehmenden Studierenden durch ihre fachliche Expertise unterstützt und ihnen zu einem tollen Auftritt verholfen haben.