„Tatort gestern – Verbrechen und Aufklärung seit der Frühen Neuzeit" – ein Vortrag von Prof. Dr. Alexander Kosenina

Am Dienstag, den 06.12.2016 sprach auf Einladung der Juristischen Studiengesellschaft Münster Prof. Dr. Alexander Kosenina, Universitätsprofessor an der Leibniz Universität Hannover, zum Thema „Tatort gestern – Verbrechen und Aufklärung seit der Frühen Neuzeit“ vor einem interessierten Publikum im Haus der Niederlande.

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Referenten durch Prof. Dr. Thomas Hoeren, Vorsitzender der Juristischen Studiengesellschaft Münster, begann Professor Kosenina seinen Vortrag zunächst damit, den Zusammenhang von Literatur und Recht zu erläutern: So habe die Germanistik ihren Ursprung in der Jurisprudenz und die Hermeneutik verbinde auch heute noch beide Disziplinen miteinander.

Sodann widmete sich der Referent dem Schwerpunkt seines Vortrags. Es ging um die kontroverse Frage, welchen Einfluss die Verbrechensliteratur auf die Rechtswissenschaft hat und wann eine solche Literatur entstand. Professor Kosenina war insofern der Auffassung, dass diese Art von Literatur bereits im 18. Jahrhundert zu finden und durchaus populär war. Damals wie heute ziehe die Menschen das Sensationelle eines Tatorts an und gebe ihnen einen gewissen „Kick“. Deswegen sei auch populäre Literatur, wie zum Beispiel „Tatort“, besonders belehrend und nützlich. So habe sie schon im 18. Jahrhundert zur Aufklärung beigetragen. Wichtig sei nur, dass man dem Leser die Möglichkeit gibt, sich in die Geschichte und vor allem den Täter hinein zu fühlen. Dafür müsse insbesondere die Wirkung und die Ursache der Tat durch den Autor zusammengebracht werden.