Schwerpunkt Info-Veranstaltung

Am 09. Oktober 2018 fand die Schwerpunktinformationsveranstaltung für das Wintersemester 2018/19 statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die einzelnen Schwerpunkte vorgestellt. 

Herr Prof. Klaus Boers, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, begrüßte die Studierenden und erläuterte, wie das Schwerpunktstudium in die erste juristische Prüfung einfließt.  Die Wahl nach den beruflichen Interessen zu treffen wäre, so Herr Professor Boers, nicht empfehlenswert. Vielmehr sollten die Studierenden ihrem persönlichen Interessen und Neigungen folgen. Zum Schluss erläuterte er die Termine, Seminare und Seminarthemen.

Prof. Klaus Boers

Frau Dr. Annette Barkey-Heine, Leiterin des Prüfungsamtes der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, erläuterte den Aufbau und die Organisation des Schwerpunktstudiums. Im Regelstudium dauert das Schwerpunktstudium zwei Semester und umfasst insgesamt 30 Credit Points. Dabei belegen die Studierenden in der Regel vier Vorlesungen im ersten und drei im zweiten Schwerpunktsemester. Frau Dr. Barkey-Heine empfehlt mit dem Schwerpunktstudium nach dem 4. Semester zu beginnen, da im Schwerpunkt alle Grundkenntnisse der Vorlesungen aus den ersten vier Semester vorausgesetzt werden. Zuletzt erläuterte Frau Dr. Barkey-Heine die Seminare, bei deren Auswahl den Studierenden ein großer Freiraum gelassen wird. Neben der schriftlichen, wissenschaftlichen Arbeit umfasst das Seminar ein Kolloquium, in welchem das Thema der Arbeit vor den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern vorgestellt wird.

Dr. Annette Barkey-Heine

Damit die Studierenden einen umfangreichen Einblick bekommen und besser einschätzen können, welcher Schwerpunkt zu ihnen passt, haben die jeweiligen Schwerpunktverantwortlichen die einzelnen Schwerpunktbereiche vorgestellt. Den Anfang machte Herr Prof. Matthias Casper mit dem Schwerpunktbereich 1: „Wirtschaft und Unternehmen“. In diesem Schwerpunkt behandeln die Studierenden Themen wie das Kapital-Gesellschaftsrecht, die Buchführung und Bilanz oder Banken- und Versicherungsrecht. Gründe für die Wahl des Schwerpunktes seien die innovativen Themen und der hohe Praxisbezug. Herr Prof. Peter Schüren  stellte den Schwerpunktbereich 2: „Arbeit und Soziales“ vor. Hier werden Themen wie das Individualarbeitsrecht, das Tarifrecht, das Sozialrecht und staatliche Transferleistungen behandelt. Eine Besonderheit seien hier die Dozenten: Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen aber auch Richter/-innen, Anwälte/-innen und Regierungsräte im Bundeskanzleramt unterrichten die Studierenden. Herr Carsten Müller, Rechtsanwalt aus Münster, vertrat den Schwerpunktbereich 3: „Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht“. Was diesen Schwerpunkt so besonderes mache, sei die Querschnittsmaterie aus dem Öffentlichen Recht und dem Zivilrecht. Zu den Pflichtfächern gehören das Informationsrecht, das Urheberrecht und das Rundfunk- und Presserecht. Ein Highlight im Schwerpunktbereich 3 sei das Sportrechtsseminar, das in Kooperation mit dem Verein Borussia Dortmund stattfindet. Den Schwerpunktbereich 4, „Internationales“ stellte Herr Prof. Niels Petersen vor. Dieser setze sich aus einer Grundlagenveranstaltung und drei Pflichtveranstaltungen zusammen, wobei die Studierenden bei der Kurswahl und der Themenwahl eine große Freiheit gegeben ist. Dieser Schwerpunkt ist besonders für die Studierenden geeignet, die innerhalb ihres Studiums internationale Bezüge herstellen möchten und Auslandserfahrung sammeln möchten. Herr Prof. Ingo Saenger berichtete über den Schwerpunktbereich 5 „Rechtsgestaltung und Streitbeilegung“. Dieser setzt sich inhaltlich mit der Rechtsgestaltung, dem Berufsrecht des Anwalts und den Verhandlungsstrategien und forensischen Taktiken auseinander. Außerdem ist im Schwerpunktbereich 5 der Erwerb eines Zertifikats im Anwalts- und Familienrecht möglich. Herr Prof. Hinnerk Wißmann stellte den Studierenden den Schwerpunktbereich 6 „Öffentliches Recht“ vor. Hier ist die Verteilung der Veranstaltung besonders: Die Studierenden besuchen  eine Grundlagenveranstaltung, zwei Pflichtfächer und zwei Seminare und arbeiten somit individueller und sind in ihrer Themenwahl freier. Herr Prof. Mark Deiters präsentierte den Schwerpunktbereich 7 „Kriminalwissenschaften“. Zu den Schwerpunktfächern gehören „Kriminologie und Strafrecht“, „Wirtschafts- und Unternehmensstrafrecht“ und „Internationale Strafrechtspflege“. Über den Schwerpunktbereich 8 „Steuerrecht“ berichtete Herr Prof. Marcel Krumm. Hierbei müssen die Studierenden eine Seminararbeit abgeben, vier Pflichtfach- und zwei Wahlfach-Klausuren absolvieren und einen Grundlagenkurs belegen. Veranstaltungen sind hier zum Beispiel Unternehmens-, Einkommens- oder Umsatzsteuerrecht. Zuletzt stellte Herr Prof. Peter Oestmann den Schwerpunkt 9 „Rechtswissenschaft in Europa“ vor. Es bestehe die Gestaltungsfreiheit im Aufbau, jedoch gerade im Hinblick auf die inhaltliche Ausgesatltung des Schwerpunktstudiums. In dem Schwerpunkt werde alles behandelt „was über den Tellerrand des nationalen Rechts hinausgeht“, so Herr Professor Oestmann. Der Schwerpunkt sei insbesondere für die Studierenden geeignet, die ein großes Interesse an den Grundlagenfächern hätten.

Parforceritt durch das riesige Spektrum der Rechtswissenschaft, das die Münsteraner Fakultät ihren Studierenden im fortgeschrittenen Studium zur Auswahl bietet. Die Begeisterung, mit der die Professoren für ihr jeweilige Fach warben, dürfte es den interessierten Studierenden nicht leicht machen, sich für einen der vorgestellten Schwerpunktbereiche zu entscheiden. Aber das müssen sie ja zum Glück zu Beginn des Semesters noch nicht verbindlich festlegen, denn die Anmeldung zu einem bestimmten Schwerpunktbereich muss erst kurz vor den Klausuren erfolgen. „Schnuppern Sie einfach mal bei uns hinein“, so die Aufforderung der Schwerpunktbetreuer, sich zunächst einmal selbst ein Bild zu machen.

Die Informationen aus der Schwerpunktveranstaltung und die Studienverlaufspläne der Schwerpunktbereiche finden Sie zusammengefasst auf der Website der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.