Prof. Dr. Hans Kiefner

30.04.1929 - 15.06.2021

 

Herr Kiefner wurde am 30. April 1929 in württembergischen Blaubeuren in der Nähe von Ulm geboren. Als sog. weißer Jahrgang konnte er 1948 das Abitur ablegen. Sodann studierte er zunächst zwei Semester Theologie in Tübingen, bevor er zur Juristerei wechselte. Gleichwohl blieb er diesem ersten Studienfach sein Leben lang verbunden. Zwischen 1950 und 1955 studierte Herr Kiefner neun Semester Rechtswissenschaften an den Universitäten Tübingen und Heidelberg. Auf das Referendarexamen im Sommersemester 1955 folgte das Referendariat zunächst in Heidelberg. Dieses unterbrach er zur Fertigstellung seiner Promotion, die er im Jahre 1959 an der Universität München ablegte, wo er auch für einige Zeit als Assistent gearbeitet hat. Nach Wiederaufnahme des Referendariats in München folgte das Assessor-Examen im Frühjahr 1960 in München. Kollege Kiefner wurde nun abermals Assistent an der Universität München. Nach nur gut drei Jahren wurde er am 20. Juli 1963 von der Juristischen Fakultät der Universität München für die Fächer Römisches Recht und Bürgerliches Recht habilitiert. Am 4. November 1963 wurde er zum akademischen Rat an der Universität Tübingen berufen. Bereits ein Semester später folgte er einem Ruf auf ein neu eingerichtetes Ordinariat für Zivilrecht und Rechtsgeschichte an der Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster. Dort wurde er alsbald Direktor des Instituts für Kirchenrecht sowie des Instituts für Rechtsgeschichte. Trotz eines ehrenvollen Rufs im Jahre 1967 an die neugegründete Universität Regensburg blieb Kollege Kiefner Münster treu. Im akademischen Jahr 1971/1972 stand er seiner Fakultät als Dekan vor. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten neben dem Kirchenrecht und seiner Geschichte vor allem die Privatrechtsgeschichte im 18. und 19. Jahrhundert sowie das Römische Recht im Mittelalter. Ein besonderes Interesse galt dem Wirken Savignys. Auf große Beachtung stieß auch seine Untersuchung zum sog. Städel-Fall. Zum 31. Juli 1994 wurde Herr Kiefner emeritiert. Mit seinem Enkel besuchte er später gelegentlich Juravorlesungen seiner jüngeren Kollegen.

Seine Kollegen und Schüler schätzten an ihm seine bedachte, ruhige Haltung, seine wissenschaftliche Neugierde und seine schwäbische Liberalität. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät wird sich an Hans Kiefner immer mit großer Hochachtung erinnern und trauert mit seiner Familie.

Prof. Dr. Matthias Casper

Dekan