Informationen zur Änderung des JAG NRW

Das neue JAG wurde am 17. November 2021 verkündet und tritt drei Monate später in Kraft, also am 17. Februar 2022.

Welche Änderungen bringt das neue JAG mit sich?

Die wichtigsten Änderungen, die das neue JAG vorsieht, lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

- Die Zwischenprüfung soll künftig aus nur noch drei jeweils dreistündigen Klausuren in den drei Hauptrechtsgebieten bestehen. Die Universitäten können weitere Prüfungsleistungen als Zulassungsvoraussetzungen zur Zwischenprüfung verlangen.

- Als Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Pflichtfachprüfung müssen jeweils 5 bestandene Klausuren und 4 Hausarbeiten nachgewiesen werden, davon jeweils eine aus dem Zivilrecht, dem Strafrecht und dem öffentlichem Recht. Die vierte Hausarbeit kann auch die Seminararbeit im Schwerpunktbereich sein.

- Die Schwerpunktbereichsprüfung besteht aus nur noch maximal drei Klausuren, einer häuslichen Arbeit und einer mündlichen Prüfung, die laut Gesetzesbegründung auch in einer Verteidigung der häuslichen Arbeit bestehen kann.

- Die Abschichtungsmöglichkeit in der staatlichen Pflichtfachprüfung wird abgeschafft.

- Dafür können künftig auch diejenigen Studierenden einen Notenverbesserungsversuch unternehmen, deren erster Versuch kein Freiversuch war.

- Die Universitäten haben nach der Verkündung zwei Jahre Zeit, ihre universitären Prüfungsordnungen anzupassen.

Bis wann kann man sich noch zur staatlichen Pflichtfachprüfung nach altem Recht anmelden?

Wer sich vor Ablauf von drei Jahren nach Inkrafttreten des neuen JAG, also bis zum 16. Februar 2025 erstmals zur staatlichen Pflichtfachprüfung anmeldet, wird noch nach altem Recht behandelt. Wer sich später anmeldet, muss die neuen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen und wird nach neuem Recht geprüft.

Ab wann kann man an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der WWU Münster Prüfungsleistungen nach neuem Recht ablegen?

An der Fakultät werden derzeit eine neue Prüfungsordnung und neue Studienpläne für die Zwischenprüfung und die Schwerpunktbereichsprüfung erarbeitet. Es ist geplant, dass bereits im WS 2022/23 die neue Prüfungsordnung in Kraft treten soll.

Und wie lange kann man noch die Zwischenprüfung nach altem Recht ablegen?

Voraussichtlich können Studierende die Zwischenprüfung noch bis zum SS 2023 nach altem Recht ablegen. Wer sie bis dahin nicht abgeschlossen hat, wird voraussichtlich auf das neue Recht umstellen müssen. Unklar ist noch, ob und inwieweit Teilprüfungen der alten Zwischenprüfung im Rahmen der neuen Prüfungsordnung angerechnet werden können.

Ab wann wird die Schwerpunktbereichsprüfung nach neuem Recht angeboten?

Wenn die Fakultät im WS 2022/23 eine neue PO in Kraft setzt, wird diese voraussichtlich auch bereits neue Schwerpunktbereiche vorsehen, die dem neuen JAG entsprechen (max. 3 Klausuren). Die neue PrüfO wird voraussichtlich vorsehen, dass die alten Schwerpunktbereiche nach einem bestimmten Stichtag nicht mehr neu gewählt werden können. Aber auch wer noch nach altem Recht ins Examen geht, kann bereits einen der neuen Schwerpunktbereiche wählen.

Und wie lange kann man noch die alte Schwerpunktbereichsprüfung ablegen?

Wer vor dem WS 2022/23 bereits mit der Schwerpunktbereichsprüfung begonnen hat, wird die Möglichkeit haben, diese noch nach altem Recht zu Ende zu führen, allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum.

Was ist mit Praktika?

In § 8 JAG heißt es künftig:

(2) Die praktische Studienzeit dauert insgesamt drei Monate. Sie ist während der vorlesungsfreien Zeit in der Regel in mindestens zwei, höchstens drei Teilen abzuleisten.

(3) Die praktische Studienzeit findet mindestens vier Wochen in der Rechtspflege oder in einem Unternehmen der freien Wirtschaft, mindestens vier Wochen bei einer mit Verwaltungsaufgaben betrauten Stelle und im Falle von drei Teilen der praktischen Studienzeit maximal vier Wochen nach Wahl bei einer Stelle, bei der eine sachgerechte Ausbildung gewährleistet ist, statt. 

Wenn man sich bis spätestens zum 16.02.2025 erstmals zur staatlichen Pflichtfachprüfung anmeldet, werden Praktika, die nach den bisher geltenden Regelungen absolviert wurden, anerkannt. Die praktische Studienzeit wird also auch dann anerkannt, wenn sie in 4 Blöcke à jeweils 3 Wochen aufgeteilt wurde.

Ferner ist eine Aufteilung der praktischen Studienzeit z. B. in ein sechswöchiges Rechtspflegepraktikum und zwei dreiwöchige Verwaltungspraktika (oder umgekehrt) auch nach den neuen Bestimmungen zulässig.