Lesung von Frau Dr. Petra Morsbach aus dem Roman „Justizpalast"

Auf Einladung der Juristischen Studiengesellschaft las Petra Morsbach am 9. November 2017 aus ihrem aktuellen Roman „Justizpalast“. Im Namen der Juristischen Studiengesellschaft begrüßte Herr Koopmann die Autorin und stellte sie und ihren neuen Roman vor. „Justizpalast“ spielt in München und gibt einen Einblick in die Welt der Justiz. Petra Morsbach recherchierte für ihr Buch über einen Zeitraum von zehn Jahren am Verwaltungsgericht Münster und am Landgericht München und wurde für das Werk unter anderem mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet. An diesem Abend stellte sie ihr Buch zum ersten Mal einem Publikum vor, das überwiegend aus Juristinnen und Juristen bestand. Das Haus der Niederlande war mit zahlreichen Zuhörern bis auf den letzten Platz gefüllt. 

Die Autorin wählte einen Abschnitt, welcher besonders den menschlichen Umgang mit „trockenen“ Fällen zum Ausdruck bringt. Veranschaulicht wurde dies anhand der Beschreibung des Alltags der Hauptperson Thirza Zorniger. Die Protagonistin kämpft sich durch Berge von Akten und stößt dabei immer wieder auf sehr kuriose oder spannende Fälle. Diese beschreibt die Autorin detailreich und lässt den Leser nicht nur in rechtliche Fragen und Probleme eintauchen, sondern erläutert auch ihre menschliche Seite und die Hintergründe der Kläger. Für die Autorin gleicht die Darstellung der Fälle einer Sammlung vieler Kurzgeschichten.
Der gelesene Abschnitt bringt den Lesern nicht nur die Arbeit der Juristin Thirza näher, sondern beschreibt auch ihr emotionales Ich und ihre Beziehung zu Alfred, einem Freund aus Studientagen. Nachdem beide die Staatsexamina abgeschlossen haben, reagieren sie nun, viele Berufsjahre später, wie „Justizautomaten“ aufeinander.

Für Petra Morsbach war die Entwicklung des Romans eine Art Forschungsunternehmen mit der Frage danach, wie die Praxis und das Ideal der Gerechtigkeit in der Justiz aussehen. Den Fokus legt die Autorin darauf, wie jeder Mensch mit seinen beruflichen Ansprüchen zurechtkommt. Dabei begleitete sie auch Fälle, die aus der menschlichen Perspektive heraus unmöglich zu lösen waren, gerade aber juristisch gelöst werden mussten. Die juristische Sprache empfand die Autorin oft als schwierig, wodurch viele Verhandlungen für sie unverständlich waren. Richter halfen ihr bei der Recherche, indem sie ihre Aufzeichnung korrigierten und ihr die rechtlichen Fragen näher brachten.

Im Anschluss an die Lesung nahmen zahlreiche Zuhörer die Möglichkeit wahr, Fragen zu stellen, um mehr über die Entstehung des Romans und die Erlebnisse und Eindrücke der Autorin zu erfahren. Im Anschluss bestand noch weiter die Gelegenheit, sich mit der Autorin und anderen Zuhörern auszutauschen. Die Juristische Studiengesellschaft bedankt sich bei Petra Morsbach für die gelungene Veranstaltung.