Jackson Moot Court Team gewinnt erste europäische Regionalrunde

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass für vier Studierende der WWU das spannende Abenteuer des 18. John H. Jackson Moot Courts begann: Merle Brüggemann, Kay Aaron Klokow, Claudius Karich und Katrin Gerke wurden im vergangenen Sommer für das Jackson Moot Court Team der WWU ausgewählt.

Die Anonymitätsregeln des Wettbewerbs lassen es erst jetzt zu, von diesem spannenden Jahr zu berichten. Es begann im September als der 18. Fall des John H. Jackson Moot Courts veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um die Simulation einer juristischen Streitigkeit im Welthandelsrecht, bei der die Teams zunächst bis Januar an Schriftsätzen für Kläger und Beklagten arbeiten und sich anschließend auf die mündlichen Verhandlungen gegen andere europäische Teams vorbereiten. Der diesjährige fiktive Sachverhalt drehte sich, ganz im Zeichen der momentanen politischen Entwicklungen in Europa, um ein Land, das eine Freihandelszone verlässt, jedoch weiterhin einige Handelsvorteile genießen möchte, da es die Regularien der Freihandelszone durch nationales Recht noch immer umsetzt. Da gegen das ausgetretene Land nun aber Importkontrollen erhoben werden, reichte es eine Diskriminierungsklage gegen eines der verbliebenen Mitglieder der Freihandelszone bei der WTO ein.

Beim Erarbeiten der Schriftsätze sowie in Vorbereitung auf die mündlichen Runden wurde das Team von ihrem Coach David Nückel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht bei Prof. Petersen, der 2015/16 selbst am WTO Moot Court teilgenommen hatte. Darüber hinaus unterstützen auch andere ehemalige TeilnehmerInnen und Coaches das Team beim Verfassen von überzeugenden Schriftsätzen und bei der Vorbereitung einer starken mündlichen Verhandlung. Auch die Kanzlei Hogan Lovells aus Düsseldorf hat das Münsteraner Team zu einer Probeverhandlung eingeladen und wertvolle Tipps zu Auftreten, Körpersprache und anderen Soft Skills gegeben.

Der Höhepunkt des diesjährigen Wettbewerbs war für das Team der WWU die Teilnahme an der ersten europäischen Finalrunde in Kiew Ende Februar: Die vier Studierenden trafen zuerst auf Beklagtenseite auf ein Team aus London, am nächsten Tag als Kläger auf ein Team aus Amsterdam. Das Panel, die Bank der Schiedsrichter, war besetzt mit erfahrenen PraktikerInnen aus dem Welthandelsrecht, ProfessorInnen, AnwältInnen in der Streitschlichtung sowie MitarbeiterInnen der Welthandelsorganisation höchstselbst. Aufgrund der überzeugenden Leistung in der Vorrunde sowohl als Kläger als auch als Beklagter zog das Team der WWU ins Halbfinale am kommenden Tag ein. Wieder auf Beklagtenseite gewannen die vier Studierenden auch die Verhandlung gegen ein Team aus Belgien und konnten so zum Schluss noch einmal im Finale gegen ein dänisches Team ihr Können beweisen. Bei der Siegerehrung am gleichen Abend wurde das Team aus Münster schließlich zum Gewinner der europäischen Regionalrunde gekürt, mit besonderem Lob der Panellisten für Teamwork, Auftreten und Verhandlungsführung.

In der vergangenen Woche, vom 23.-28. Juni, fand schließlich die Finalrunde mit 20 Teams aus der ganzen Welt statt. Dieser Teil des Wettbewerbs, der normalerweise in Genf stattfindet, wurde dieses Jahr in digitaler Form ausgetragen. Es war ein besonderes Erlebnis vor dem eigenen Bildschirm mit Temas und Schiedsrichtern aus der ganzen Welt zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten miteinander verbunden zu sein. Trotz starker Auftritte in der Vorrunde schaffte das Team leider nicht den Einzug in das Viertelfinale. Doch mit der Erinnerung an den Sieg in Kiew und den Freundschaften, die im Laufe des Wettbewerbs entstanden sind, wird die Teilnahme am Moot Court für alle ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Ein besonderer Dank gilt dem Freundeskreis Rechtswissenschaften für die finanzielle Unterstützung, ohne die die Teilnahme am Wettbewerb und die Reise nach Kiew nicht möglich gewesen wäre. Auch allen weiteren Förderern, Unterstützern und Helfern herzlichen Dank!