Examensfeier Wintersemester 2023/2024

Die Dekanin Prof. Dr. Petra Pohlmann eröffnete die Examensfeier mit einer kurzen Begrüßungsrede. Sie gratulierte zunächst den Absolventinnen und Absolventen zu ihrem bestandenen Examen. Gerade die Münsteraner Absolventinnen und Absolventen schlössen dabei im Vergleich zu den anderen Examinierten im OLG Bezirk Hamm mit hervorragenden Leistungen ab. Sie merkte augenzwinkernd an, dass es die Examinierten geschafft hätten eine angemessene Bib-Bar-Balance zu halten. Nun hätten sie aber die Chance ihren weiteren Lebensweg zu entwickeln und zu gestalten, egal ob es nun mit dem Referendariat, einer Promotion, einem Master oder vielleicht direkt im Berufsleben weiter ginge. Man solle in jedem Fall selbstbewusst den eigenen Weg finden und das tun, was einem zusagt. Diese Botschaft untermalte Prof. Pohlmann anhand des Lebenswegs von Michael Kunze, der sowohl Jurist als auch erfolgreicher Songwriter und Schriftsteller ist.

Dann übergab sie das Wort an Dr. Jutta Laws, Vorsitzende des Justizprüfungsamtes Hamm und Vorsitzende Richterin am OLG Hamm.  Nachdem sie im vergangenen Semester verhindert gewesen war, freut sie sich in diesem Semester wieder selbst ein Grußwort an die Absolventinnen und Absolventen richten zu können. Zunächst gratulierte auch sie den Examinierten und hob deren harte Arbeit und Engagement hervor. Mittels des Songtextes zum aktuellen Beatles Hit „Now and Then“ zog sie einen Vergleich zwischen dem „Hier“ und „Jetzt“.

Das Jetzt sei geprägt vom Ende eines Lebensabschnitts, der durch das bestandene Examen gekennzeichnet werde. Nun könne man eine Bilanz ziehen, egal wie es gelaufen sei, nun hätte man diese hohe Hürde genommen. Das erste Tor auf dem Weg zum Volljuristen/zur Volljuristin sei nun durchschritten. Das Dann halte für viele das zweite Examen bereit. Die Examinierten gehörten dann zum „Juristenstand“ an, ohne den der Rechtsstaat nicht funktionieren würde. Selbst wenn man als Jurist:in auf der Beliebtheitsskala nicht immer am höchsten stünde, hätten diese wichtige Funktionen. Im Berufsleben ginge es dann aber um mehr als nur Paragraphen und Normen, denn die Aufgaben erwüchsen aus dem täglichen Leben und stellten einen immer vor neue spannende Aufgaben.

Sie schloss mit einer Karikatur von Feicke, das vier Jurist:innen auf einem Zebrastreifen zeigte, übertitelt mit „All you need is law“, passend zum Song der Beatles.

Als Nächstes sprach Ariel van Melis, Vorsitzender der Fachschaft Jura. Er warf zunächst einen Blick zurück auf die Abifeier der Anwesenden, die sicherlich nicht unähnlich zu dem heutigen Festakt gewesen sei und auch damals das Ende und den Anfang einer Ära bedeutet habe. Dann ließ er noch einmal die Studienzeit im Revue passieren und merkte an, dass er selbst am Anfang seines Studiums stünde und die Examinierten für ihn und seine Kommilliton:innen Vorbilder seien.

 

Die Festrede wurde in diesem Semester von Elisabeth Rapsch, Präsidentin des Veraltungsgerichts gehalten. Auch sie sprach den Absolventinnen und Absolventen ihre Glückwünsche aus. Das Studium und insbesondere das Examen sei zwar psychisch und auch physisch anstrengend gewesen, befähige die Examinierten im Gegenzug aber auch zu viel. Doch nach dem Spiel sei vor dem Spiel und für viele stünde nun das Referendariat an, das eine Möglichkeit biete sich in zahlreichen juristischen Berufen und Themenbereichen umzuschauen. Um das näher zu beleuchten, warf sie einen Blick auf ihre eigene Zeit als Referendarin und ihren beruflichen Werdegang zurück. Sie selbst habe bereits im Studium gemerkt, dass sie sich für das Öffentliche Recht begeisterte und diese Vorliebe verfestigte sich während des Referendariats, ihren ersten Berufsjahren am Sozialgericht und führte sie schließlich zum Verwaltungsgericht. Dort beschäftige man sich mit zahlreichen Streitigkeiten, die aktuelle politische und gesellschaftliche Bereiche betreffen, wie beispielsweise die Corona-Maßnahmen oder auch das Versammlungsrecht, das im Angesicht des Konflikts im Gaza-Streifen wieder Auftrieb erhielte.

Augenzwinkernd merkte sie an nun einen kleinen Werbeblock für die Justiz und insbesondere für das Richteramt einzuschieben. In keinem anderen juristischen Beruf sei man persönlich und sachlich so frei, wie als Richter:in. Man müsse auch in der Lage sein, unpopuläre Entscheidungen zu treffen und trüge die große Verantwortung „im Namen des Volkes“ zu sprechen. Doch egal, ob man nun als Rechtsanwalt sich für die Interessen seines Mandanten einsetze, als Staatsanwältin die für den Rechtsstaat unverzichtbare Strafverfolgung betreibe oder als Richter:in Entscheidungen treffe. All diese Bereiche könne und solle man sich im Referendariat anschauen. Am Ende sei die Entscheidung, die die Examinierten treffen, die richtige.

Ganz persönlich und mit Präsent vom Münsteraner Wochenmarkt gratulierte Prof. Dr. Pohlmann anschließend den Absolventinnen und Absolventen.

 

Es folgten sodann die Glückwünsche von Prof. Dr. Fabian Wittreck, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Freundeskreis Rechtswissenschaften die Ehrung der Absolventinnen und Absolventen mit der Note „Gut“ oder besser übernahm.

Außerdem verlieh er zum ersten Mal den Lehrpreis für das Studienjahr 2022/2023 an Christian Walz, Richter am Landgericht Münster. Der Preisträger wurde von den Studierenden nominiert und gewählt für seine Arbeit als Dozierenden im Hauptkurs Sachenrecht des Unireps.

Auf Einladung des Freundeskreises Rechtswissenschaft und mit tatkräftiger Unterstützung der Fachschaft Jura Münster ließen die Gäste den Festakt bei einem Sektempfang im Foyer des Schlosses ausklingen. Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet durch das Streichquartett Saitenwind, bestehend aus Elena Schöne, Marcelo Albuja, Lea Rölver, Veronica Roggel

Wir beglückwünschen alle Absolventinnen und Absolventen des Wintersemesters 2022/23 und hoffen, Sie auch in Zukunft bei der ein oder anderen Gelegenheit an Ihrer Alma Mater begrüßen zu dürfen!

Die Bilder der Absolventinnen und Absolventen sind abrufbar über den Sciebo-Ordner Examensfeier 2023/2024.

Der Ordner ist durch ein Passwort geschützt, das Sie per E-Mail an presse.jura@uni-muenster.de erfragen können.