Die Junge Tagung Öffentliches Recht fand vom 23. bis 26. Februar 2021 zum zweiten Mal nach 1998 in Münster statt. Über 400 Teilnehmer:innen diskutierten gemeinsam über das Thema “Zugang zu Recht”. Dabei wurde insbesondere auch die aktuelle Relevanz des Themas mit Blick auf die Covid-19-Pandemie immer wieder deutlich. Beispielhaft sei hierfür nur der eingeschränkte Zugang zu Bibliotheken oder zur Universität und damit zu rechtlichem Wissen oder den Zugang zu einem gerichtlichen Verfahren und damit zu Rechtssicherheit und Gerechtigkeit genannt. 

Organisiert wurde die Tagung von einem 21-köpfigen Team bestehend aus wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen fast aller Lehrstühle des Öffentlichen Rechts der WWU. Dabei stellte die Pandemiesituation besondere Herausforderungen an das Organisationsteam, insbesondere was die Frage nach der Art der Durchführung der Tagung betraf. Im Januar diesen Jahres wurde dann die finale Entscheidung, die Tagung komplett digital durchzuführen, getroffen. Eine Entscheidung, die dem Organisationsteam nicht leicht gefallen ist, da die JTÖR als eine Art „Klassentreffen“ neben dem spannenden akademischen Programm auch vom Austausch mit alten Bekannten, dem Kennenlernen neuer Leute sowie den vielen spontanen Gesprächen geprägt ist.

Dennoch bot die digitale Durchführung auch Chancen und neue Perspektiven. Getreu dem Tagungsthema „Zugang zu Recht“ war es dieses Mal durch die digitale Durchführung so einfach wie noch nie, an der JTÖR teilzunehmen. Das hat auch die Zahl der Anmeldungen gezeigt, die mit 422 Anmeldungen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Liechtenstein, der Schweiz und sogar Norwegen einen neuen Rekord aufgestellt hat. Und mit der Kombination aus Zoom und Gather.town, wo die Teilnehmenden ein virtuelles Abbild von Münster vorfanden, sowie einem analogen Care-Paket mit Münsteraner Spezialitäten kam die Tagung dann in diesem Jahr zu den Teilnehmenden nach Hause und nicht umgekehrt die Teilnehmenden zur Tagung.

Die Tagung selbst wurde durch einen Festvortrag von Frau RiBVerfG Prof. Dr. Astrid Wallrabenstein eröffnet, in dem Sie sich dem Individuum und seinem Zugang zu Recht widmete. In den folgenden 2 1/2 Tagen setzten sich die Teilnehmenden in insgesamt sechs Panels ergänzt um zwei Impulsvorträge mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen in Bezug auf den Zugang zu Recht auseinander - vom Zugang zu rechtlichem Wissen über den Zugang zum Staat über den Zugang zur internationalen Rechtserzeugung bis hin zur Flucht vor dem Recht. Hierbei zeigte sich stets eine große Diskussionsfreudigkeit und es entstand ein fruchtbarer Erfahrungsaustausch. Ergänzt wurde das akademische Programm durch eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema “Juristische Expertise in der Medienöffentlichkeit”. 

Insgesamt verlief die 61. Junge Tagung Öffentliches Recht ohne technische Pannen, mit vielen spannenden Vorträgen und Impulsen und dem (Wieder)Treffen alter und neuer Bekannten. Das Münsteraner Team gibt nun den Staffelstab aka Gong an das Züricher Team weiter, wo im Februar 2022 die 62. JTÖR stattfinden wird.