Befristung von Arbeitsverträgen im Profifußball und die "Eigenart der Arbeitsleistung"
v. l.: Dr. Robin Steden, Justiziar des Fußballvereins Borussia Dortmund; Prof. Dr. Clemens Höpfner, geschäftsführender Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- u. Wirtschaftsrecht, Abt. II

Jürgen Klopp, Jadon Sancho und Manuel Neuer faszinieren wöchentlich nicht nur Millionen Fußballfans, sondern stehen gleichsam im Fokus von Arbeitsrechtswissenschaft und -praxis. Denn dem Grunde nach sind sie genauso Arbeitnehmer wie Bürokaufleute, Busfahrer und Lageristen. Zu den gleichwohl bestehenden Besonderheiten des Sportarbeitsrechts referierten Rechtsanwalt Dr. Johan-Michel Menke, LL.M. (Heuking Kühn Lüer Wojtek) und Dr. Robin Steden (Borussia Dortmund Fußball KGaA) am 29.01.2020 auf Einladung des Vereins zur Förderung des Arbeitsrechts an der WWU Münster e. V. (VFA) und des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrecht (ASW).

Dr. Steden erläuterte zunächst, dass zahlreiche Vorschriften des Arbeitsrechts mit den Realitäten des Profisports in Konflikt stünden. Insbesondere auf Pflichtverletzungen der Spieler könne ein Verein kaum adäquat reagieren, da die Kündigung als grundsätzlich schärfstes Schwert des Arbeitgebers im Profifußball zu einem ablösefreien Vereinswechsel des Spielers führte und für den Verein daher keine wirtschaftlich vertretbare Option darstelle. Folglich spielten in der Praxis vor allem Vertragsstrafen eine große Rolle, die nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts jedoch auf maximal ein Bruttomonatsgehalt begrenzt seien. Der Einsatz minderjähriger Spieler bei Abendspielen werde zudem durch den Jugendarbeitsschutz erschwert. Arbeitsverträge im Profisport seien letztlich insofern besonders, als dass sie auch das außerdienstliche Verhalten der Spieler detailliert regelten, indem sie etwa deren Aktivitäten in den sozialen Medien und die maximale Entfernung des Wohnorts zum Trainingsgelände reglementierten.