Absolventenfeier im Wintersemester 2017/18

Der Einladung des Dekans der Rechtswissenschaftlichen Fakultät folgten rund 400 Gäste und kamen am Nachmittag in der Aula des Schlosses zusammen. Der Dekan, Prof. Dr. Janbernd Oebbecke, begrüßte die Examensabsolventen und -absolventinnen, die frisch gebackenen Doktoren und Doktorinnen, ihre Gäste, die Redner sowie die Fachschaft, die das Dekanat bei der Organisation der ersten Absolventenfeier tatkräftig unterstützt hatte. Der Dekan richtete ein paar Worte an die Absolventinnen: Obwohl die Anzahl der weiblichen Absolventinnen sich mit den männlichen Absolventen die Waage hält, sehe es bei den Promotionen leider anders aus. Einen Grund hierfür gebe es nicht. Deswegen sollten vor allem die anwesenden Absolventinnen darüber nachdenken, die Promotion als möglichen nächsten Schritt ins Auge zu fassen. Auch dankte er dem Umfeld der Absolventinnen und Absolventen für ihre Geduld und Unterstützung in dieser schwierigen Phase des Studiums. Nach ein paar organisatorischen Hinweisen übergab er das Wort an Joy Dahmen, Vorsitzende der Fachschaft Jura.

Prof. Dr. Janbernd Oebbecke

Auch sie hieß die Gäste herzlich willkommen. Sie gratulierte den Examinierten und wies darauf  hin, dass alle Absolventen und Absolventinnen sehr stolz auf das Geleistete sein könnten. In ihrer Rede stellte sie in den Fokus, dass nun die Absolventinnen und Absolventen in ihrem späteren Berufsleben die Möglichkeit hätten, das Arbeitsumfeld inklusiver zu gestalten. Gerade in den Zeiten des Populismus betonte sie die Bedeutung einer offenen und inklusiven Gesellschaft, zu welcher jeder der Anwesenden beitragen könne.

Dr. Jutta Laws, Vorsitzende des Justizprüfungsamtes Hamm sowie Vorsitzende Richterin und zugleich Güterichterin am OLG Hamm, war krankheitsbedingt leider verhindert. Vertreten wurde sie von Frau Ulrike Kaup, Richterin am OLG Hamm.

„Es ist mit der Jurisprudenz wie mit dem Bier; das erste Mal schauert man, doch hat man’s einmal getrunken, kann man’s nicht mehr lassen"

Mit diesem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe beschrieb Frau Kaup das Jura-Studium. Gerade weil das Jura-Studium so lang und trocken sei, könnten die Absolventinnen und Absolventen sehr stolz auf ihr bestandenes Examen sein. In diesem Zusammenhang dankte Frau Kaup auch dem Begleitfeld, welches in der schwierigen Zeit des Examens den Absolventinnen und Absolventen zur Seite gestanden habe. Frau Kaup verwies auf die Statistiken , die zwar noch nicht konkret für das vergangene Jahr vorliege, aber an den bereits vorhanden Zahlen lasse sich erneut ablesen, dass die Absolventinnen und Absolventen der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der WWU Münster den Spitzenplatz belege.

Frau Ulrike Kaup

Schlussendlich gab sie einen Ausblick in die Zukunft der Examinierten. „Der Lauf geht weiter“; ob die Studierenden nun in das Referendariat gingen oder eine Promotion anstrebten. Im Gegensatz zum wissenschaftlich ausgelegten Studium, könne man das gelernte im Referendariat nun praktisch umsetzten. Hier stehen die Bedürfnisse der Rechtssuchenden nach Frieden und Rechtssicherheit im Mittelpunkt.

Die Festrede hielt in diesem Jahr der Staatssekretär und Richter am Landgericht a.D. Herr Dirk Wedel. Herr Wedel dankte, auch im Namen des Justizministers des Landes NRW Herr Peter Biesenbach, für die Einladung und sprach den Absolventinnen und Absolventen seine Glückwünsche aus. Er betone, dass es sich bei dem Studium der Rechtswissenschaft um ein sehr klassisches und anspruchsvolles Studium handle. Er skizzierte kurz die Geschichte des Rechtswissenschaftlichen Studiums und hob hervor, dass dieses seit der Grundsteinlegung für das Juristenausbildungsgesetz im Jahr 1868 kaum Änderungen erfahren habe. Dennoch sei das Studium heute vielfältiger geworden, so könnten die Studierenden durch die praktische Studienzeit und die Teilnahme an Moot Courts, Law Clinics und der Fachspezifischen Fremdsprachenausbildung ihr Studium abwechslungsreicher gestalten und eine Brücke zur Praxis schlagen. Dies führe zu einer größeren Motivation und inneren Verbindung zum Studienfach, wodurch, so hoffe Herr Wedel, es zu weniger Abbrüchen komme.

Herr Dirk Wedel

Des Weiteren berichtete Herr Wedel kurz über die Entwicklungen in der Reform der Juristenausbildung. Hierbei stünde die Harmonierung der deutschen Juristenausbildung im Vordergrund, sodass mit einigen Änderungen zu rechnen sei.  

Im Anschluss an die Festrede wurden zunächst die Examinierten des Sommersemesters 2017 durch Prof. Dr. Oebbecke, Joy Dahmen sowie Peter Dümpelmann von der Deutschen Anwalt- und Notar-Versicherung (DANV) geehrt. Insgesamt haben 275 Studierende aus Münster im Sommersemester 2017 die erste juristische Prüfung bestanden.

23 Examinierte erreichten die Gesamtnote „Gut“. Diese zeichnete Prof. Dr. Michael Wolffgang in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Freundeskreis Rechtswissenschaften e.V. – dem Förderverein der Rechtswissenschaftlichen Fakultät  – zusätzlich aus und überreichte Urkunden und Büchergutscheine. Simon Koch, der als Einziger ein „Sehr gut“ erreichte, bekam vom Freundeskreis zusätzlich den JurGrad-Preis. Dieser beinhaltet einen Gutschein für einen Masterstudiengang der JurGrad gGmhH i.H.v. 10 000€.