Geschichte der Rechtswissenschaftlichen Bibliotheken an der WWU Münster

1780:
Feierliche Konstituierung der Universität.

1818:
Auf Königliche Kabinettsorder aus Berlin muss die Universität in Münster den Lehrbetrieb der medizinischen und der juristischen Fakultät einstellen und wird in eine Akademie mit theologischen und philosophischen Kursen zurückgestuft.

1902:
Die Akademie wird nach langjährigen politischen Bestrebungen durch königlichem Erlass Wilhelms II. um eine Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät erweitert und wieder in den Status einer Volluniversität erhoben. Die alsbald nach der Wiedergründung der Universität eingerichtete juristische Seminarbibliothek wird gegenüber der Petrikirche in der sog. Alten Akademie an der Johannisstraße untergebracht.

1906:
aus der Benutzungsordnung vom 28. Januar 1906:

"So unsere Seminarbibliothek mit ihren genauen Katalogen und ihren allezeit frei zugänglichen Büchern. Diese außergewöhnlich liberalten Einrichtungen können jedoch auf die Dauer nur dann erhalten bleiben, wenn die Benutzer sich des in sie gesetzten hohen Vertrauens würdig zeigen; wenn sie als wahre Juristen d.h. als Männer der Ordnung sich erweisen, durch achtungsvolle Rücksichtnahme auf die gleichen Befugnisse der Rechtsgenossen, durch strengen Ordnungssinn und energische Selbstzucht gegenüber den Versuchungen des bequemen Sichgehenlassens."

1907:
Der Universität wird die Bezeichnung "Westfälische Wilhelms-Universität" verliehen.

"Bis zu dieser Namensverleihung kennzeichnet die Bibliothek ihre neu erworbenen Bücher mit edlem Besitzstempel "Rechts- und Staatswissenschaftliches Seminar der Königl. Universität zu Münster i. W.", nach der Namensverleihung dann mit "Rechtswissenschaftliches Seminar der Westf.. Wilhelms-Universität Münster i./W."

1926:
Die rechtswissenschaftliche Bibliothek verfügt über 5.400 Bücher, die in 3 Leseräumen mit ca. 100 Arbeitsplätzen benutzt werden können. In späteren Jahren wird der "Rosenhof" gegenüber der Überwasserkirche das Domizil der Bibliothek.

1944:
Bombenschäden machen eine Weiterarbeit unmöglich. Das Inventarbuch des Rechtswissenschaftlichen Seminars bricht dementsprechend im Oktober 1944 ab.

1945:
Erst Ende September 1945 setzt das Inventarbuch mit lediglich 75 Eintragungen bis Ende des Jahres wieder ein. Die langsam steigende Zahl an Inventarisierungen in den folgenden zwei Jahren spiegelt den Neuanfang nach dem Kriege wieder.

1954:
Nach Jahren provisorischer Unterbringung kann das neu errichtete "Juridicum" bezogen werden, in dem auch heute noch Dekanat, viele Institute und die Seminarbibliothek untergebracht sind.

 

1973:
Es erfolgt die Teilung in zwei selbständige Bibliotheken:
Rechtswissenschaftliches Seminar I (Abteilung Zivilrecht und Öffentliches Recht ) und Rechtswissenschaftliches Seminar II (Abteilung Strafrecht).
Bedingt durch den Umzug der ULB an den Krummen Timpen kann nun das RWS II in das alte Gebäude am Bispinghof 24/25 einziehen.

Des Weiteren entsteht in diesem Jahr durch die Zusammenlegung der Handapparate mehrerer Institute die Gemeinsame Bibliothek der Zivilrechtlichen Institute, welche seit dem im Juridicum auf der Ebene 3 zu finden ist.

Mitte der 1990er
Die Rechtshistorische Bibliothek entsteht. Die Bibliotheken der drei früheren Institute für Römisches Recht, Kirchenrecht und Deutsche Rechtsgeschichte werden zusammengelegt. Sie bringen ihre juristischen Quellen aus Antike, Mittelalter, Neuzeit und Literatur zu altorientalischer, griechischer, römischer, kirchlicher, deutscher und neuerer europäischer Rechtsgeschichte sowie Werke aus dem Nachlass des Romanisten Paul Koschaker (1879–1951) und des Germanisten Eberhard Freiherrn von Künßberg (1881–1941) in die gemeinsame Bibliothek ein. 

2004
Am Leonardo-Campus 9 werden in der ITM-Institutsbibliothek die gesamten zivilrechtlichen und öffentlich-rechtlichen ITM-Bestände zusammengeführt.

2005
Aufnahme der Bibliothek des Instituts für Steuerrecht in die Räumlichkeiten des Rechtswissenschaftlichen Seminar I. Der eigenständig verbleibende Bestand der Steuerrechtlichen Bibliothek ist nun über den Eingangsbereich des RWS I zugänglich.

2008/2009:
Renovierung und Umgestaltung des Eingangs- und Thekenbereich der Gemeinsamen Bibliothek der Zivilrechtlichen Institute.

2011:
Nach einer fast einjährigen Schließung wurde das rundum modernisierten RWS I am 25. Januar neueröffnet. In achtmonatiger Bauzeit wurde fast alles auf den neuesten Stand gebracht - von der schallschluckenden Akustikdecke, den Schrittschall dämpfenden Teppichböden über die erfrischende Klimaanlage, die schattenspendenden Außenjalousien und die neuen Regale in altem Stil bis hin zur augenfreundlichen Beleuchtung und zum zielorientierten Wegweiser-Leitsystem.

2012
Die Institutsbibliothek für Kriminalwissenschaften und das RWS II fusionieren. Die gemeinsame Bibliothek wird umbenannt in: RWS II – Abteilung Kriminalwissenschaften.

2014:
Kooperation zwischen der ULB und den Rechtswissenschaftlichen Bibliotheken

2016:
Die Öffentlich-rechtliche Forschungsbibliothek wird aufgelöst. Die Bestände werden mit denen des RWS I zusammengeführt. In den ehemaligen Bibliotheksräumen werden zwei Professuren untergebracht, die bislang nicht im Juridicum beheimatet waren.

Die Erweiterungsarbeiten im RWS I beginnen. Das ehemalige Bistro Juridicum und das gesamte Untergeschoss des RWS I werden entkernt und für den Ausbau vorbereitet. In einem ersten Bauabschnitt werden in der neuen Ebene die Bestände der ehem. Öffentlich-rechtlichen Forschungsbibliothek mit den Beständen des RWS I zusammengeführt. In einem zweiten Bauabschnitt sollen gleichzeitig die historischen Rara-Bestände in einer klimatisierten Kompaktusanlage aufgestellt werden.